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Seit der Romanik gibt es viele Belege dafür, dass das Territorium des heutigen Sachsen-Anhalt
eine bedeutende Rolle im Deutschen Reich gespielt hat. Hierfür stehen die einst mächtigen Fürstengeschlechter der Ottonen, der Wettiner und der Askanier. Die anhaltische Linie der
Askanier nahm seit dem Mittelalter bedeutenden Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung. Die Ottonen sicherten sich mit Schenkungen an den Kerus dessen Wohlwolen und
gleichzeitig ihre Interessen. Neben ihren Königshöfen zeugen Klöster, Kirchen und Dome bis heute von der Macht der der Geistlichkeit.
ALEXISBAD Alexius Friedrich Christian, Herzog zu Anhalt-Bernburg, erfuhr Ende des 18. Jahrhunderts
davon, dass es in dem kleinen Flecken, der zu seinen Besitztümern zählte, schwefelhaltiges Wasser gab - schon 1769 war dessen heilsame Wirkung eingesetzt worden. Der Herzog ließ ein Badehaus errichten, dazu
einen Salon, ein Traiteurhaus (für den Küchenchef), ein Kurhaus und ein Heizhaus für warmes Wasser. Am 12. Juni 1811 wurde der Flecken auf den Namen
"Alexisbad" getauft. Die Bauten wurden in kurzen Abständen um eine Villa (das "Schweizerhaus") und einen Teepavillon nach den Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel
erweitert. 1831 wanderte Hans Christian Andersen in diesen ersten Kurort Deutschlands, 1939 stattete ihm Walter Kempowski einen Besuch ab und verewigte ihn in
seinem Werk “Tadellöser und Wolff” unter dem Namen "Sophienbad". Alexisbad ist, ausgehend von Gernrode, mit der Selketalbahn als Station nach “Mägdesprung” zu erreichen. Das Teehaus ist noch heute erhalten, dient
allerdings als evangelische Kapelle. Es gibt zwei Hotels am Ort, das Hotel Habichtstein (früher: “Försterling”), das auf das Jahr 1890 zurückgeht und einen mehr als 500
Meter langen Hotelkomplex. Im Bahnhof wurde eine Brauereigaststätte eingerichtet: Wellness pur statt S-32!!
 BALLENSTEDT Eingebettet in die waldreichen Ausläufer des Unterharzes liegt Ballenstedt, die "Wiege
Anhalts", an der Straße der Romanik. Der Ort verdankt seine Entstehung einem thüringischen Edelmann namens Ballo, der die Siedlung wohl vor 531 angelegt hat. Mit Esico von Ballenstedt (995-1059) beginnt die
offizielle Geschichte des anhaltinischen Fürstenhauses, das über Jahrhunderte die Entwicklung der Region prägt. Neben seiner Burg auf dem heutigen Schlossberg gründete Esco ein Kollegiatstift als Eigenkirche der
Grafen von Ballenstedt. Seiner Schwester, Uta von Ballenstedt, wurde von einem unbekannten Meister im Naumburger Dom ein weltbekanntes Denkmal als Stifterfigur gesetzt.
1123 veranlasst Graf Otto von Ballenstedt (“der Reiche”) die Umwandlung des Stifts in ein Benediktinerkloster. Ihrem
Repräsentationsbedürfnis folgend betreiben die Fürsten von Anhalt-Bernburg zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Ausbau des Klosters zur
Schlossanlage die dann als Jagd- und Sommerresidenz dient. 1765 wird Ballenstedt zur ständigen Residenz des Fürsten von Anhalt-Bernburg; nach Aussterben der
Linie fällt das Schloss an die Linie Anhalt-Dessau. Zu den wenigen erhaltenen Theaterbauten aus dem 18. Jahrhundert gehört das 1788 neben dem Schloss erbaute
Theater, in dem schon Albert Lortzing und Franz List gewirkt haben. Der Ballenstedter Schlosspark entstand am Ende des 18. Jahrhunders auf Veranlassung von
Herzogin Fiederike, seit 1855 Mitregentin von Anhalt-Bernburg aus, einer älteren Gartenanlage. Realisiert wird die Anlage durch den Generaldirektor der
königlich-preußischen Gärten, Peter-Joseph Lenné. Bis zu ihrem Tode 1902 dient Schloss Ballenstedt Friederike als Witwensitz. Danach verbleibt Schloss Ballenstedt,
bis zu ihrer Vertreibung 1941, im Privatbesitz der herzoglichen Familie Heute beherbergt es eine Galerie und eine Ausstellung zur Kloster- und Schlossgeschichte..
 BARBY, eine Kleinstadt im Elbe-Saale-Winkel, wird als "Barbogi" (Ort an der waldlosen
Flußkrümmung") erstmals in einer Urkunde Kaisers Otto I. vom 23. April 961 erwähnt. Zu dieser Zeit diente Barby als Ausgangsort für Eroberungsfeldzüge in die slawischen Gebiete östlich der Elbe.
Otto II. schenkte den Ort 974 seiner Schwester Mathilde, der Äbtissin von Quedlingburg, die das Gebiet im Jahre 1050 dem Herrn von Arnstein als Lehen gab. Ab 1200 wrd die Stadt planmäßig
ausgebaut. Durch Eroberungen und Verträge wurde der Ort 1497 zur Reichsgrafschaft erhoben - dazu gehörten Gebiete östlich der Elbe bis Zerbst, sowie Mühlingen, Schönebeck, Roseburg und
Egeln. Später fielen diese an die Fürsten von Anhalt-Zerbst und die Erzbischöfe von Magdeburg.
Grabsteinplastiken der Grafen zu Barby kann man heute noch in der im 13. Jahrhundert erbauten Johanniskirche, die zum
früheren Franziskanerkloster gehörte, besichtigen. Im gleichen Jahrhundert wurde auch die Kirche "St. Marien" erbaut.
1659 machte das Kurfürstentum Sachsen Lehnsansprüche geltend.
Danach hatte Herzog August von Sachsen-Weißenfels die Regentschaft inne. Seinem vierten Sohn, Herzog Heinrich, übergab er die Grafschaft
Barby im Jahre 1680, woraufhin dieser von 1687 - 1715 ein Schloss errichten ließ. Dieses beherbergte eine Gemäldegalerie, eine Kunstkammer, ein Prozellankabinett und eine Bibliothek. 1746 wurde das Schloss an die
Herrnhuter Brüdergemeine verpachtet und diente als Theologieseminar. Nach dem Tilsiter Frieden wurde Barby 1807 ein Teil des neu gegründeten Königsreichs von Westfalen.
Das Schloss wurde 1815 von Herrn von Dietze erworben, der es 1855 an den preußischen Staat veräußerte. Seitdem wurde
das Gebäude für Lehrerseminare genutzt, 1925 zu einer Aufbauschule umgestaltet und für das Grundbucharchiv von
Sachsen-Anhalt hergerichtet.Die Industrialisierung machte vor Barby nicht halt. So errichtete der Domänenpächter von Dietze 1840 in Barby eine Zuckerfabrik mit eigener Raffinerie Brennerei.
Vom 2. Weltkrieg blieb Barby weitgehend verschont, weshalb der historische Stadtkern gut erhalten blieb. Zu den bedeutenden historischen Gebäuden gehören
die St. Marienkirche (Bild), errichtet vom Baumeister Gunthart, Erweiterungsbauten von Herzog Heinrich von Sachsen,
die Johanniskirche aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts, erbaut vom Barbyer Grafen Burkhart II.,
das Barockschloß, erbaut 1687-1715 durch Herzog Heinrich von Sachsen-Weißenfels, in dem sich jetzt das Grundbucharchiv befindet,
die Kapelle St. Georgii,
der Prinz, 1744 erbaut auf den Resten eines achteckigen Teehäuschens an der Südostseite der Stadtmauer,
das Prinzeßchen, wie der Prinz als Befestigungsturm der Stadtmauer angelegt, daneben das
Pegelhäuschen, angelegt 1848 aus Feldquadern. 1893 wurde auf dem Doppelpegel eine Wasserstandsuhr eingebaut
das Rathaus, erbaut am Ende des 12. Jahrhunderts, mehrfach um- und ausgebaut;
das Siechenhaus.
Zwischen Barby und Breitenhagen/Rosenburg findet sich die Saalemündung, die entgegen einer teilweise widersprüchlichen Beschilderung nicht über den Saale-Radwanderweg
erreicht wird. Das hier gelegene “Saalhorn” erlangte um 1700 große Bedeutung, als es zum Umschlagplatz Preußens für den Salzhanderl ausgebaut wurdee. An der Saale wurden
mehrere Schleusen eingerichtet, um die Schifffahrt zu erleichtern. So konnten große Salzkähne das weiße Gold bis zur Mündung transportieren und zwar zur "Salzfaktorei" am
Saalhorn. An diesem Umschlagplatz wurde das Salz zwischengelagert und dann auf Elbkähnen in alle Teile Preußens gebracht.
BERNBURG Die Landschaft an der unteren Saale ist seit der Jungsteinzeit dauerhaft besiedelt. Zahlreiche Ausgrabungen zeugen vom
Leben der frühen elbgermanischen Bevölkerung. Bernburg selbst entstand am Kreuzungspunkt einer alten Heerstraße und eines
Handelsweges. Die "Bernburg" wird erstmals in einer kaiserlichen Urkunde vom 29. Juli 961 als "civitas Brandanburg" aufgeführt. Die heutige Talstadt wurde auf dem ständig vom Hochwasser gefährdeten Saalewerder gegründet, den die Askanier aus Gernröder Besitz
herauslösen mussten. Die Altstadt erschien schon zu Beginn des 13. Jh. als ein städtisches Gemeinwesen. Ein Rathaus wurde 1384
erwähnt, die Marienkirche 1228, und eine Stadtbefestigung gab es seit 1301. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts wuchs nordwärts nebenan
die Neustadt, zunächst getrennt durch einen dritten Flussarm. 1278 erhielten Altstadt und Neustadt das Stadtrecht - Im Mittelpunkt stand
an der Breiten Straße die Nicolaikirche, während das Rathaus in eine Seitenstraße rückte. Vor 1308 fügte sich an der Grenze zur Altstadt
das bescheidene Kloster der Marienknechte an, das 1526 zum Hospital umgewidmet wurde. Fürst Bernhard I. verlieh beiden Siedlungen 1278 das Stadtrecht, doch erst im Jahre 1561 schlossen sich die Alt- und Neustadt zur Talstadt zusammen.
Als Gegenstück zur Talstadt bildete sich schon im 12. Jahrhundert die Bergstadt
als Vorburgsiedlung heraus. Sie wurde von drei Siedlungskemen bestimmt. Der
Wichtigste umschloss den Kugelweg und die Lange Straße als Hauptverkehrsachsen im Verlauf der Saalefurt. Im unteren Abschnitt stand 1461 das Bergstädtische
Rathaus, nachdem die Bergstadt zwischen 1447 und 1457 Stadtrecht erlangt hatte. Der zweite Siedlungskem wurde umgrenzt von Saalweg, Leipziger Straße und
Bärstraße. Beide Bereiche waren nur schwach befestigt und durch die Schlosskirche verklammert. Obwohl die Kirche erst 1314 genannt wird, weisen die ältesten
Bauteile auf eine stattliche kreuzförmige Kirche des späten 12. Jh. hin. Im Jahre 1752 wurde die romanische Kirche im Stil des holländischen Barocks umgebaut. In
einer Fürstengruft sind die bemburgischen Askanier (jüngere Linie: 1603-1863) beigesetzt. Erst 1326 wurde die Bergstadt zusammen mit dem Heilig-Geist-Hospital
urkundlich bezeugt. Ein dritter Bereich an der Saale, zu Füßen des Schlossbergs, war den „niederen" Berufen zugewiesen und behielt vorstädtisches, klägliches
Gepräge. Im Jahr 1219 arbeiteten eine fürstliche Mühle und eine Münzstätte am Ufer. Erst 1825 verfügte eine herzogliche Anordnung die Vereinigung von Tal- und Bergstadt.
 BLANKENBURG Erste Siedlungsspuren finden sich
bereits aus der Altsteinzeit. Die erste urkundliche Erwähnung Blankenburgs geht auf das Jahr 1123 zurück. Erwähnt wird die Burg, die auf einem blanken Kalkfelsen an der Stelle des jetzigen Schlosses stand. Daher leitet sich
auch der Name Blankenburgs ab. Blankenburg bildete früher unter dem Namen Hartingau eine Grafschaft und war Lehen des Bistums Halberstadt. Bereits 1122 und 1125 hielt sich der Sachsenherzog Lothar von Süpplingenburg,
späterer deutscher Kaiser, in der einstigen Blankenburger Burg auf. Ab 1133 bis 1599 residierten hier zunächst die Blankenburger und dann die Regensteiner Grafen. Unter
ihrer Herrschaft entwickelte sich die Schlossanlage im 16. Jahrhundert von einer mittelalterlichen Wehranlage zum anspruchsvollen dreiflügeligen Renaissanceschloss.
Nach dem Aussterben des Regensteiner Grafengeschlechts im Jahre 1599 gelangte auch das Schloss als “erledigtes Lehen” zurück an die Herzöge von
Braunschwelg. Erst nach 1709 ließ Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig- Wolfenbüttel das Renaissanceschloss der Grafen von seinem Landbaumeister Herrmann
Korb zu einer barocken Residenz umbauen. Während der Residenz Ludwig Rudolfs wurde Blankenburg durch Kaiser Josef zum souveränen Fürstentum erhoben. Dies
geschah in Verbindung mit der Eheschließung der ältesten Tochter des Herzogs, Elisabeth Christine, mit dem späteren Kaiser Karl VI. Elisabeth Christine wurde Mutter
der späteren Kaiserin Maria Theresia. Der Hof von Blankenburg war damals wegen seiner glänzenden Feste und Theateraufführungen berühmt.
Blankenburg ist ein gut erhaltenes Beispiel deutscher Kleinresidenzen des Barock. Wer sich aus dem nördlichen Harzvorland der Stadt nähert, den
beeindruckt das Bild des schon von weitem sichtbaren und sich über die Stadt erhebenden Schlosskomplexes, der zwei getrennte Schlösser umfasst. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Altstadt
befinden sich die barocken Gärten der Stadt.
Die um 1668 erbaute, 107 Hektar große Parkanlage ist Teil der Landesinitiative „Gartenträume Sachsen-Anhalt"
und überzeugt vor allem aufgrund ihrer kulturhistorischen Bedeutung. Das „Fürstliche Gartenhaus" am Terrassengarten wurde ab 1725 errichtet. Den Namen „Kleines Schloss" erhielt es jedoch erst ab 1765. Seit 1948
befindet sich hier das Städtische Museum. Heute können sich die Besucher des Museums über die Entwicklung von
Blankenburg zur Residenz- und Kurstadt informieren. Seine Bestände haben ihren Ursprung im 19. Jahrhundert. Dabei geht es um eine Sammlung des
Harzvereines für Geschichte und Altertumskunde, verschiedene Ankäufe, Leihgaben und private Schenkungen. Die Themen umfassen sowohl die
Geschichte der Stadt und der Grafschaft als auch das Handwerk und die Industrialisierung im 19. Jahrhundert sowie Bergbau und Hüttenwesen.Der Aufstieg
der Grafschaft zum Fürstentum in der Zeit des Herzog Ludwig Rudolf wird mit vielen Exponaten dargestellt. Schließlich gibt es Antwort auf die Frage nach der Entstehung der angrenzenden
barocken Gärten mit Springbrunnen, zahlreichen Putten, Skulpturen, geformten Hecken und geometrisch gestalteten Blumen und Rasenflächen.
Der ehemalige Familienbesitz der Welfen hat in den vergangenen Jahren einen Rechtsstreit zwischen den Erben, vertreten durch Ernst-August, Prinz von Hannover, und
dem Land Sachsen-Anhalt ausgelöst. Dabei hat das Magdeburger Verwaltungsgericht die Klage des "Prügelprinzen" definitiv abgewiesen.
CALBE wurde 936 in einer Urkunde von Kaiser Otto I. als "Calvo" erstmals erwähnt. Wegen des guten Ackerbodens und der günstigen Lage an der Saale sowie an
einer Fernhandelsstraße in Nord-Süd-Richtung entwickelte es sich stetig weiter. Über viele Jahrhunderte lebten die Bewohner als "Ackerbürger" von der Landwirtschaft
- berühmt wurde der seit 1591 betriebene Zwiebelanbau. Zur Zeit der bürgerlichen Revolution wurde Calbe zur "Demokratenstadt": der Arzt Dr. Wilhelm Loewe wurde Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung.
Bis zum I. Weltkrieg entwickelten sich Braunkohlegruben, Ziegeleien,Heiliges römisches Reich Zuckerfabriken,Tuchfabriken und Gurkeneinlegereien. In der Zeit
nach 1918 erfolgte zur Zeit der Weltwirtschaftskrise ein deutlicher Bevölkerungs-Rückgang und erst 1951 erlebte die Industrialisierung mit dem Bau des
Niederschachtofenwerks zur Roheisengewinnung einen neuen Aufschwung. Unter der ausschließlichen Verwendung einheimischer Rohstoffen, eisenarmen Erzen und Braunkohle, wurde Roheisen erzeugt. Neben zahlreichen traditionsreichen Unternehmen prägte die "Neue Wohnstadt", eine Siedlung mit viel Grün, das Ortsbild. Heute steht sie aufgrund der
beispielhaften Architektur der 50er Jahre unter Denkmalschutz. Hier wurde 2004 zur Erinnerung an die Roheisengewinnung ein Stahlschnitt "Eisenwerker" aufgestellt.
Durchreisende sollten nicht versäumen, sich das Zentrum der Stadt anzusehen und hier besonders das 1993/94 sanierten Marktplatz mit Rathaus, den Hexenturm, den
“Braunen Hirsch (das älteste Gasthaus der Stadt mit der Heimatstube), die St. Stephani-Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft und, nicht zuletzt, den (nach altem Vorbild runderneuerten) Roland.
Als einziger seiner Zunft trägt der 4 m hohe Calber Roland einen Helm. Die ehemals hölzerne Skulptur, ein Symbol für das dem Magdeburger Bischof abgerungene Marktrecht, wurde 1377 vom
alten zum neuen Rathaus gebracht. 1656 war er verwittert und man ließ einen Nachfolger schnitzen. Bei seiner Enthüllung musste man mit Entsetzen feststelen, dass seine Proportionen nicht
stimmten und seine Arme viel zu kurz geraten waren, doch gewöhnte man sich daran und lagerte 1953 ihn zum Schutz vor einer kriegerischen Zerstörung ein. In den Notjahren nach dem Krieg
wurde er zu Brennholz verarbeitet wurde. Seit 1979 steht nun sein steinernes Ebenbild vor dem Rathaus.
DEDELEBEN liegt zwischen den Höhenzügen Huy, Fallstein und Elm, 26 Kilometer nördlich von Halberstadt. Der Ortsname wird erstmals 1114
erwähnt. Noch heute verfügt der Ort über die meisten Baudenkmäler im Landkreis Halberstedt, das sind über 60 schützenswerte Gebäude und Hofanlagen aus verschiedenen Epochen.
DERNEBURG ,eine der ältesten Städte des Landkreises Wernigerode, bildet zusammen mit Heudeber und Reddeber die Verwaltungsgemeinschaft Derenburg im
nordöstlichen Teil des hügligen Harzvorlandes. Von Südwesten nach Nordosten durchfließt die Holtemme das Stadtgebiet.
Bei archäologischen Grabungen am Rande der Stadt kamen einmalige Funde an den zu Tag: komplett erhaltene Skelette, Keramikgefäße, Schmuckstücke aus
Muscheln, Glas und Bernstein und ein kleines Goldmedaillon. Alle Stücke gehen auf Siedlungsanlagen aus verschiedenen Epochen der 7000jährigen Menschheitsgeschichte zurück.
Gegründet wurde der Ort durch Heinrich I., jedoch geht die erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 937 zurück, als sich Otto I. im zweiten Regierungsjahr
befand. Die von Otto III. vor seinem Umzug nach Italien als Reichsverweserin eingesetzte Äbtissin Mathilde von Quedlinburg hielt 993 in Derenburg einen Reichstag ab.
Da sich die ottonischen Kaiser häufig in der Derenburger Pfalz aufhielten, war die Geschichte Derenburgs gleichzeitig Reichsgeschichte. 1008 überließ Heinrich II.
Äbtissin Sophie von Gandersheim den Ort und als Stift; Gandersheim belehnte unter anderem die Grafen von Regenstein mit der Herrschaft Derenburgs. So war dessen Geschichte über Jahrhunderte an die des Regenstein gebunden.
Das Derenburger Schloß wurde 1126 zerstört, die Stadtmauer entstand im 13. Jahrhundert. Doch auch sie konnte nicht verhindern, dass Derenburg im
dreißigjährigen Krieg verwüstet wurde. Im 14. Jahrhundert geriet die Stadt in die Machtkämpfe zwischen dem Regensteingeschlecht und den Halberstädter Bischöfen,
die umliegenden Dörfer wurden ausgeraubt und geplündert. 1677 zerstörte ein Großfeuer 110 Gebäude zusammen mit den Kirchtürmen. 1701 löste der Preußenkönig
die Herrschaft Derenburgs wieder ein und stationierte Truppen. Um 1720 fand vermutlich die letzte Hexenverbrennung auf dem Richteberg statt. 1764 brannte das alte
Rathaus nieder - es wurde 1790 neu aufgebaut und dient noch heute als Sitz des gemeinsamen Verwaltungsamtes.
Im Napoleonischen Krieg wurde die Stadt 1806 von den Franzosen besetzt und gehörte fortan zum Königreich Westfalen. 1879 wurde
die Zuckerfabrik errichtet. Die Industrialisierung ging dennoch an der Stadt vorüber. 1880 wurde Derenburg zusammen mit Langenstein an die
Eisenbahn angeschlossen. Ein weiterer Ausbau war in Planung, scheiterte aber am Widerstand der Landeigentümer. 1907 wurde in der
Petersmühle, der heutigen Glashütte, eine Elektrizitätsgenossenschaft gegründet, womit Derenburg eine Vorreiterrolle bei der Elektrifizierung nahm.
Am 11. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt, zum 1. Juni 1945 übernahmen englische Truppen das Kommando.
Noch einmal wechseln die Besatzungstruppen in Derenburg: am 1. Juli 1945 rückten sowjetische Truppen ein. 1968 wurde der Zugverkehr eingestellt und die Gleisanlagen demontiert.
Die Wirtschaft Derenburgs ist heute auf den Tourismus, die Landwirtschaft und kleinere Mittelständige Betriebe abgestimmt. Der größte Betrieb ist die Glasmanufaktur
"Harzkristall” vor den Toren der Stadt. Hier kann man bei einer Hüttenführung die alte traditionelle Handwerkskunst erleben und sich über die Zutaten der
Glaskunstwerke informieren. Neben Sand, Soda, Kalk, Pottasche und Metalloxiden wahrt natürlich auch jede Glashütte ihr individuelles Geheimnis. Öffnungszeiten: Glasmarkt - täglich von 8 bis 18
Uhr; Glashütte - Mo.-Sa. von 8 bis 16 Uhr, So. 9 - 15.30 Uhr. Eintritt € 2,-/0,60.
DINGELSTEDT ist Teil der Gemeinde Huy im Landkreis Halberstadt (Sachsen-Anhalt). Der Ort liegt am nördlichen Rand des Huys, eines 314 m hohen Höhenzuges.
Der Name weist auf eine lange Geschichte und den Namen Thing-Stätte hin. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Dingelstedt im 11. Jahrhundert. Heute zählt es 1300
Einwohner und besticht durch seinen historisch gewachsenen Ortskern. Kultureller jährlicher Höhepunkt ist das Kirschblütenfest.
KLOSTER DRÜBECK liegt am Fuße des Nationalparks Hochharz inmitten einer alten Klosteranlage mit romanischer Klosterkirche. Durch seine Lage an der
Straße der Romanik, abseits vom üblichen Touristenstrom, ist das ehemalige Benediktiner-Nonnenkloster St. Vitus zu Drübeck am nördlichen Harzrand auf dem Weg
zwischen Goslar und Wernigerode idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge. Die früh-romanische Klosterkirche ist Kern des ehemaligen
Benediktinerinnenklosters und überragt mit ihren Doppeltürmen weit die Häuser des malerischen Dorfes am Fuß des Brockenmassivs.
Die Anfänge des Benediktinerklosters sind nicht eindeutig überliefert: ein auf den 26. Januar 877 datiertes Immunitätsdiplom, unterzeichnet von König Ludwig III.
gilt als inoffizielle Gründungsurkunde - wurde es doch erst im 12. Jahrhundert geschrieben. Demnach stiftete eine Gräfin Adelbrin und ihre Brüder Theti und Wiker das
Kloster. Die erste sichere Nachricht stammt aus dem Jahre 960, als Kaiser Otto I. eine Schenkung an das bereits bestehende "Drubechi monasterium" vornahm. 995
erfolgte die Bestätigung als königliches Damenstift, und 1004 ist in einer Urkunde Heinrichs II. von einem "jüngst erbauten Kloster" die
Rede. 1058 gelangte Drübeck an das Bistum Halberstadt, dessen Bischof Reinhard zwischen 1108 und 1110 eine Reform nach der Benediktinerregel vornahm. Im
Jahre 1135 wurden Nonnen von Königlutter zur “besseren Erziehung” nach Drübeck gebracht. Sie lebten in Königslutter nicht mehr nach den strengen Regeln der
Benediktiner. Da das Kloster einen hervorragenden Ruf hatte, erhoffter man sich eine bessere Unterweisung im Klosterleben. 1147 erbat sich sogar der Bischof von
Zeitz zur Einrichtung des St. Stephansklosters Jungfrauen aus Drübeck. Es folgte eine Zeit wirtschaftlicher Blüte, in der hier bis zu 50 Nonnen lebten.
Im Jahre 980 nahm Otto II. Drübeck unter königlichen Schutz. Dadurch verfügte das Kloster über eine privilegierte Stellung und die Äbtissin konnte als oberste
Gerichtsherrin auftreten. Schon im 12. Jahrhundert übten die Grafen von Wernigerode die Vogteirechte des Klosters aus, ihnen folgten 1429 die Grafen von
Stolberg-Wernigerode. Diese setzten 1538/41 die Reformation durch und wandelten das Kloster in ein evangelisches Damenstift um. Seit 1687 gehörte der Familie das
Stift und dessen Besitz. In der Zeit von 1720-1732 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt
In Drübeck hat das Bier eine lange Tradition. Im Urkundenbuch gibt es eine Nachricht über den Kauf von Hopfenland am
Eisenberg in Wernigerode von 1407, getätigt durch die Nonne Grete. Auch hinter den Klostermauern mit Gartenhäuschen
befand sich früher ein Hopfengarten. 1615 bekam jeder dr Klosterinsassen ein halbes "Stübchen" (1.9 Liter) Bier am Tag, auch
die acht Schülerinnen. Als das selbstgebraute Bier nicht mehr ausreichte, wurde von der Brauerei Enbeck nachgekauft. Das
Brauhaus wurde 1720-1732 vom Grafen Christian-Ernst zu Stolberg-Wernigerode neu errichtet. Alles was man zum Brauen
brauchte war am Kloster vorhanden: Hopfen und Wasser, das aus dem "Malzwasser" ("Moltwater"), dem Mühlenbach oder einer Quelle entnommen wurde
Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert umfasste die Stiftsgemeinschaft meist nur fünf Stiftsdamen und die Äbtissin.
Seit 1947 diente das ehemalige Kloster als evangelisches Erholungsheim. Heute wird es als evangelisches Zentrum mit Pastoralkolleg und pädagögisch-theologischem Institut der evangelischen Kirche der
Kirchenprovinz Sachsen genutzt.
Die Kirche des Benediktiner-Nonnenklosters St. Vitus zu Drübeck gehört zu den wichtigsten romanischen Bauwerken am
nördlichen Harzrand. Trotz starken Veränderungen seit dem 16. Jahrhundert blieb ein erheblicher Teil der hochmittelalterlichen
Bausubstanz aus Bruchstein-Mauerwerk erhalten. Über das Aussehen des Gründungsbaus ist wenig bekannt. Von der ottonischen Kirche aus der Zeit um 1000 erhielten sich die Mauern des
Mittelschiffes mit einfachem Stützenwechsel mit Überfangbögen. Wahrscheinlich kam es im späteren 11. Jahrhundert zu einer Erneuerung: Die bestehende Basilika erhielt eine neue Ostpartie mit
Vierung und Querhaus, sowie einer gestaffelten Choranlage mit drei Apsiden und mehrteiliger Krypta. Um 1135/70 wurde der edle zweitürmige Westbau im Stil des Goslarer Doms errichtet und das
bis dahin flach gedeckte Langhaus angehoben. Die älteren Kapitelle erhielten eine Stuck-Umkleidung. Nach einem Brand 1599 wurde die Kirche verkleinert - seither fehlen das nördliche Seitenschiff,
das Nordquerhaus und die Chorrräume. Später stürzte das Mittelschiffgewölbe ein. Im 19. Jahrhundert wurde das südliche Seitenschiff abgerissen, doch wurde von 1867-1883 der überkommene
Baukörper umfassend renoviert, Eine Restaurierung 1953-1956 führte mit dem Wiederaufbau des südlichen Seitenschiffs zur teilweisen Wiederherstellung des romanischen Raumbildes. Letzte
Erneuerungen wurden 1991-1992 durchgeführt. Die Klostergebäude des Mittelalters sind nicht erhalten - das "Fräuleinstift stammt von 1720-1732.
EGGENSTEDT In der Gemeinde Eggenstedt im Norden der Magdeburger Börde liegt die südlichste der Allerquellen. Nahe Eggenstedt
erreicht der bewaldete Höhenzug Hohes Holz im Edelberg 209 m ü. NN. Die Stadt Oschersleben (Bode) ist ca. 10 km, die Landeshauptstadt Magdeburg etwa 30 km von Eggenstedt entfernt.
Den schriftlichen Nachweis der Existenz Eggenstedt (damals Ekkenstede) erbringt eine Urkunde aus dem Jahr 1135, die den Bau der
Dorfkirche erwähnt. Auf dem Areal des Gutes Eggenstedt stehen heute nur noch ein Treppenturm vom Herrenhaus des 16. Jh., ein
Nebengebäude aus dem 19.Jh. sowie ein Stallgebäude der gleichen Zeit und geringe weitere Mauerreste. Vom ursprünglich 1608 erbauten und
nach seiner Zerstörung 1669 als barocke Dreiflügelanlage neu errichtet Schlossbau blieb nichts erhalten. Ab dem Ende des 14.Jh. hatte das Gut
den Grafen von der Asseburg gehört, die es zeitweise verpachteten, zuletzt vor dem 2. Weltkrieg an die ZKW (Zuckerfabrik KleinWanzleben). Eine
alte gepflasterte Verbindung von Eggenstedt nach Siegersleben begleitet den Eggenstedter Quellbach der Aller (auch Rothebeek genannt).
 FALKENSTEIN Hoch über der Selke, inmitten des Naturschutzgebietes, erhebt sich auf einem Bergsporn die
Burg Falkenstein. 1120 wird Burchard von der Konradsburg erstmals als Herr zu Falkenstein genannt, seit 1155 tauchen die Falkensteiner als Grafen auf. Der letzte des Geschlechts, Burchard V., überträgt 1332 die Burg mit
allen Besitzungen dem Bischof von Halberstadt und zieht sich ins geistliche Leben zurück. Zwei Jahre spater stirbt er als Domherr in Halberstadt.
Nach rund einhundertjähriger bischöflicher Herrschaft übernehmen 1437 die Herren von der Asseburg die
Anlage. Ihre intensive Bautätigkeit im 15.-17.Jh. wahrt jedoch den mittelalterlichen Grundcharakter. Im 19. Jahrhundert erlangen die Grafen von der Asseburg-Falkenstein
die Würde eines preußischen Hofjägermeisters. In ihrem Auftrag gestaltet der preußische Baumeister F. A. Stüler
einige Innenräume im Stil der "Babelsberger" Neogotik, doch wurde diese Version im 20. Jahrhundert wieder entfernt, da sie "nicht mehr dem Zeitgeschmack" entsprach.
1946 öffnete ein Museum in der Burg seine Pforten. Seit 1998 wird es durch die Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes
Sachsen-Anhalt betrieben, die auch Eigentümer der Liegenschaft ist.
Die Burgkapelle ist baugeschichtlich und auch durch ihre Ausstattung interessant. Der Grundbau geht in das 12. Jh. zurück. Schon im 13. Jahrhundert wurde das
heutige Gewölbe eingezogen. Ende des 16. Jahrhunderts erfolgte der Einbau des erhaltenen Gestühls, die im 19. Jahrhundert durch die "Patronatsloge",
ursprünglich eine barocke Arbeit, ergänzt wurde. Das hochmittelalterliche Glasfenster besticht durch seine einmalige Farbigkeit, die figürliche Darstellung und den hervorragenden Erhaltungszustand. Ursprünglich durch die
Grafen von der Asseburg-Falkenstein für den neogotischen Salon angekauft, wurde es nach
zwischenzeitlichem Einbau in die Kapelle in den letzten Kriegstagen 1945 in einem fensterlosen Gewölbe untergebracht. Dort befanden sich auch andere
bewegliche Güter wie Porzellan, Silbergegenstände, Waffen und Archivalien. Erst 1992 wurde das Versteck geöffnet. Das Glasfenster fand nach der letzten Restaurierung der Kapelle hier erneut seinen Platz.
Der Legende nach soll Eike von Repgow um 1230 den Sachsenspiegel auf dem Falkenstein vollendet haben. Dieses Rechtswerk beeinflusste im
Zusammenhang mit dem Magdeburger Stadtrecht die Entwicklung des Osteuropäischen Raumes. Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang mit der Burg. Graf
Hoyer von Falkenstein förderte das Werk. Gemeinsame urkundliche Erwähnungen und nicht zuletzt ein persönliches Interesse des Grafen untermauern diese Verbindung.
Die Falknerei hat eine lange Tradition: schon vor rund viertausend Jahren betrieb der Mensch die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln, um seinen Speisezettel zu
bereichern. Die Jagd mit bestimmten Greifvogelarten wie Habicht, Falke und Adler auf Haar- und Federwild (Beizjagd), stand im hohen Mittelalter in Blüte. Auf der
Burg Falkenstein im Harz wird die alte Kunst wieder gepflegt. Die Falknerei bietet unterschiedliche Greifvögel - Falken, Adler, Bussard und Uhu - die in der Saison im freien Flug bewundert werden können.
FREYBURG, das romatische Weinstädchen liegt, umgeben von Reben, Hügeln, Wäldern, und Auen an den Ufern der Unstrut. Hoch über der Stadt thront
die Neuenburg, die Schwesternburg der Wartburg aus dem 11. Jahrhundert. Durch sie erhielt der Ort seinen Namen, da sich die Bürger frei und ohne
Abgaben am Fuße der Burg ansiedeln konnten. Hohe Gäste wie Kaiser Barbarossa wurden auf der Neuenburg empfangen.
Die neben der Wartburg bedeutendste Burg der Landgrafen von Thüringen hat erstaunlich viel Bausubstanz von etwa 1090 bis 1240 bewahrt, darunter die
kunstgeschichtlich wertvolle Doppelkapelle, zwei runde Bergfriede, Wohnbauten, Ringmauern. Das heutige Erscheinungsbild der oberhalb Freyburgs
gelegenen Burg wird indes stark von gotischen, Renaissance- und barocken Umbauten geprägt.
Die Nennung Freyburgs als "civitas" im Jahre 1261 muss nicht zwangsläufig als ein Hinweis auf eine Stadtmauer gesehen werden. Sicher ist aber, dass man daran
seit der zweiten Hälfte des 14., vor allem aber in der Mitte des 15. Jahrhunderts arbeitete. Die Mauer aus Bruchsteinmauerwerk besaß einen hoch gelegenen
Wehrgang. Zwölf runde Türme befinden sich noch vor der Mauerflucht, mit Schießscharten in mehreren Ebenen. Angelsteine bezeugen, dass diese Scharten einst
mittels hölzerner Läden verschließbar waren. Besonders gefährdet waren natürlich die Tore: das Obertor im Norden, das Kirchtor im Südosten, das Eckstädter Tor im
Südwesten. Charakteristisch sind neben Tortürmen, dem eigentlichen Torbogen innerhalb der Stadtmauer vor allem die vorgelagerten Befestigungen, sogenannte
Barbakane, womit sie an das Marientor in Naumburg und das Tor in Laucha erinnern. Ein Gang rund um die Stadtmauer lohnt sich. Noch ist er freilich nicht überall möglich, doch das soll sich in absehbarer Zeit ändern.
Die Stadtanlage Freyburgs wirkt - bis auf eine Ausbauchung um die Stadtkirche herum - erstaunlich regelmäßig rechtwinklig. Dies wird als Hinweis auf eine
planmäßige Gründung des späten 12. Jahrhunderts gesehen. Zahlreiche Brände haben die bauliche Entwicklung der Stadt beeinflusst (1515, 1551, 1608, 1678). Das
Rathaus befindet sich im Zentrum der Stadt, am Marktplatz: In seinem Kellergeschoss hat offenbar ein aus spätromanischer Zeit stammender Raum überdauert.
Damals diente der Bau wohl als Verwaltungssitz eines landgräfischen Beamten. Für 1425 ist der Neubau des Rathauses überliefert, von dem noch manches im
heutigen Bauwerk steckt. Das jetzige Erscheinungsbild wird allerdings durch die Umbauten nach den Stadtbränden von 1551 und 1682 geprägt.
Die meisten steinernen Häuser der Altstadt sind auch erst nach den Stadtbränden vom 16. bis zum 18. Jahrhundert entstanden. Dennoch haben auch einige
ältere Häuser überdauert, so am Marktplatz die Nr. 14 mit einem reich verzierten Portal von 1554. Erst im Jahre 2001 wurde am Marktplatz ein spätgotisches Haus neu
entdeckt, weiteres ist zu vermuten, wie die zahlreichen mittelalterlichen Keller nahelegen.
Gegründet als Nachfolger der älteren Kilianskirche um 1220/30 von Landgraf Ludwig IV. und seiner Frau, der heiligen Elisabeth, ist die Stadtkirche St. Marien als
bedeutenstes Baudenkmal Freyburgs. Die Basilika mit westlicher Doppelturmfassade sowie quadratischem Vierungsturm wurde in spätromanischen Formen errichtet,
die von niederrheinischen Vorbildern geprägt sind und Ähnlichkeit mit dem nahe gelegenen Dom in Naumburg besitzen. Nachdem die romanische Hauptapsis um 1400
durch einen hochgotischen Chor ersetzt wurde, stockte man das Langhaus um 1500 zur Halle auf. Die Symbiose zwischen romanischen und gotischen Bau- und Zierformen ist durchaus beeindruckend.
Die 1000jährige Weinbautradition hat in Freyburg, dem Zentrum des nördlichsten Weinanbaugebietes in Europa seinen Ursprung. Malerische Weinterrassen, die
Orchideenflora auf den Muschelkalkhängen, die bewaldete Hügellandschaft und das Flusstal der Unstrut mit der sich einschmiegenden Winzerstadt in das Tal unterhalb
der Neuenburg, machen das Gebiet zum landschaftlichen Kleinod. Seit 1999 ist Freyburg staatlich anerkannter Erholungsgort und darf sich zudem Jahn- und Weinstadt
nennen, da Friedrich Ludwig Jahn, der Turnvater Jahn hier gestorben ist.
  GARDELEGEN Im Schnittpunkt der Verbindungen Magdeburg-Salzwedel
und Stendal-Oebisfelde gelegen, kann der Ort als Zentrum der Altmark gelten. Gardelegen entstand als Nachfolger einer Siedlung, die 633 von Sorbenherzog Dervan zerstört und knapp drei Jahrhunderte später von
König Heinrich I. wiederaufgebaut wurde. Urkundlich wurden Burg und Stadt 1196 erstmals genannt. Um 1200 entstehen die beiden Kirchen St. Marien und St. Nicolai, wenig später (1232) wird das Zisterzienserkloster im nahen
Neuendorf gegründet. Im 13. und 14. Jahrhundert erwarb die Bürgerschaft bedeutende Rechte - nicht zuletzt das Braurecht, das zusammen mit dem Hopfenhandel zum Fundament der Wirtschaft, 1488 aber auch zum Auslöser
erbitterter Kontroversen mit dem brandenburgischen Kurfürsten wurde: durch willkürliche Steuererhöhung wird der “Bierziesestreit” ausgelöst. Selbst in der Hanse, deren Mitglied Gardelegenseit 1358 ist, genießt das nach wie vor
”Garley” gernannte Bier einen ausgezeichneten Ruf. Das Stadtwappen weist mit den, neben einem halben brandenburgischen Adler angebrachten, drei Hopfenpflanzen noch heute darauf hinIm 16. Jahrhundert entstanden
solide Befestigungsanlagen, jedoch bewirkten Feuersbrünste, Seuchen und der Dreißigjährige Krieg einen Niedergang. Dieser konnte durch die im 18. Jahrhundert aufkommende Tuchmacherei und die 1841 durch Carl
Koch gegründete Perlmuttknopf-Fabrik aufgehalten werden. Die Arbeiter erreichten ein Selbstbewusstsein, das sie in zahlreichen Aktionen gegen das reaktionäre Junkertum der Altmark angehen ließ. Am 15. März 1945 erlitt der
Ort durch einen britisch-amerikanischen Bombenangriff schweren Schaden.
 Gardelegen hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, so das Rathaus, das inmitten der historischen Altstadt auf einem dreieckigen Platz zu finden ist.
Der Bau hat seinen Ursprung in einem Kauf- und Schauhaus aus dem 13. Jahrhundert. Nach einem Brand beginnt 1526 der Neuaufbau. In seiner
heutigen Form stammt der Rathausturm aus dem Jahr 1706; zwischen 1914 und 1917 wurde auch das Restgebäude einer “Schönheitskur”
unterworfen, in der das Dach 4 Meter erhöht und die Giebel ergänzt wurden. Gardelegen besaß seit 1450 am Rathaus einen hölzernen Roland ,
dessen Schicksal 1667 und 1685 durch große Stadtbrände besiegelt wurde. Am 18.04. 2002 wurde durch die Initiative des ”gemeinnützigen Fördervereins des Handwerks im altmarkkreis Salzwedel” ein neuer, steinerner Roland errichtet.
Neben der Marienkirche und dem Turm der Nicolaikirche ist Salzwedeler Tor als eines von drei Stadttoren erhalten geblieben, die 1553
abgeschlossen, auch noch das Stendaler und Magdeburger Tor umfasste. Die beiden mächtigen Batterietürme, die dem Tor vorangestellt sind,
haben Durchmesser von 9 und 18 Metern. Das Salzwedeler Tor ist in einen 2 km langen “Grünen Ring” eingebunden. Dieser markiert die um 1300 entstandene Ringanlage, die einst die Residenz der markgräflichen Prinzen schützte.
Als großer Sohn Gardelegens gilt Otto Reutter (1870-1931), der mit seinen Couplets humorvoll alltägliche Situationen aufgriff. Bekannt wurden “der Überzieher”, “der Blusenkauf” und “Ich wundere
mir über jarnischt mehr”. Letzterer Titel wird auch heute noch mit entsprechender Betonung von Gardelegenern zitiert.
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 GEHRINGSDORF, jetzt Ortsteil von Wormsdorf, gehörte bis zum Zusammenschluss 1929 zum Kreis Wanzleben. Die erste urkundliche
Erwähnung geht auf 1118 zurück und besagt, dass das Kloster Huysburg in "Gerdegestorp" Besitzungen hatte. 1138 wird eine Gehringsdorfer Kirche genannt mit dem Sitz eines Archidiakons, den der Probst von St
Johann aus Halberstadt inne hatte. Als letzter klösterlicher Administrator des Vorwerkes Gehringsdorf wird der im Jahre 1806 verstorbene Pater Rheinlander erwähnt. Im 13. Jahrhundert erhielt in Gehringsdorf der
Templer Orden Besitz, worauf sicher die Bezeichnung „Rittergut" zurückzuführen ist. Vom 14. Jahrhundert an gehörte das Vorwerk Gehringsdorf zum Kloster Meyendorf, welches 1910 aufgelöst wurde.
1138 kam Gehringsdorf zum Bistum Halberstadt, 1257 dann zum Bistum Magdeburg. Von 1810 bis 1945 war das Rittergut in Privatbesitz. Weit bekannt ist Gehringsdorf durch die im Park gelegene Allerquelle bei Höhe 163 m.
Nach Aufnahme vieler Bäche ist die Aller, bei einer Lange von 263 km, der wasserreichste Zufluss der Weser, in die sie bei Verden mündet. Sie
ist ab Celle schiffbar. Die Aller hat einen Wassereinzugsbereich von ca. 14 000 km2 in dem u.a. die Städte Hannover, Braunschweig, Hildesheim, Göttingen, Goslar und Wolfsburg liegen.
 GERNRODE ,staatlich anerkannte Kur- und Erholungsort, liegt am Eingang des Selketals in reizvoller Hanglage am
Nordrand des Harzes. Den ersten schriftlichen Nachweis über die Existenz des Ortes Gernrodes liefert eine Urkunde des Kaisers Otto I, ausgestellt auf dessen Jagdhof in Siptenfelde am 17. Juli 961."...Bekannt sei allen unseren Getreuen, gegenwärtigen sowie zukünftigen, daß Markgraf Gero dem Kloster, welches er und sein Sohn Siegfried bei der urbs, welche
Geronisroth genannt wird, erbaut haben, ihr gesamtes Grundeigentum übergeben haben..."
Dies verweist auf die Burg Geronisroth (Geros Rodung), die Gero auf einer Erhebung am Rande des Ostharzes errichten
ließ. 959 kam es zum Bau des Stiftes Gernrode und zum zügigen Baubeginn der Stiftskirche, heute der einzige fast unverändert erhaltene
Kirchenbau Deutschlands aus ottonischer Zeit. Im Jahre 937 wurde Gero als Markgraf an der Saale und mittleren Elbe eingesetzt. Er sah
seine Aufgabe nicht nur in der Grenzsicherung des Reiches nach Osten, sondern auch in der Missionierung der Elbslawen und der
Integration dieses Gebietes. Während Gero politisch, militärisch und wirtschaftlich sehr erfolgreich agierte, war ihm im privaten Leben wenig
Glück beschieden. Er mußte den Tod seiner beiden Söhne miterleben, so dass er ohne männliche Nachkommenschaft blieb. Als sein
zweiter Sohn Siegfried 959 starb, gründete er ein freies Kanonissen-Stift und gab damit seiner verwitweten Schwiegertochter Hathui, einer
Nichte von Königin Mathilde und Tochter Hermann Billungs, eine standesgemäße Lebensgrundlage
In Gernrode bildet der dreieckige Marktplatz mit dem schlichten Rathaus den Mittelpunkt. Der Ort ist Ausgangspunkt der Selketalbahn die über den steilsten
Streckenabschnitt der Harzer Schmalspurbahnen verfügt und an die Harzquerbahn angebunden ist. Hier beginnen, mit einer Fahrt durch dichte Mischwälder, Ausflüge
zum Brocken. Auf dem Gelände einer ehemaligen Streichholzfabrik befindet sich heute die "Harzer Uhrenfabrik GmbH". Neben der Produktion der typischen "Harzer
Kuckucksuhren", die bis nach Übersee exportiert werden, widmete man sich dem Bau der "Größten Kuckucksuhr außerhalb des Schwarzwaldes", die zu einem -
wenn auch umstrittenen - touristischen Anziehungspunkt wurde. Die Fabrik verfügt über die größte Uhrenausstellung aus eigener Produktion in Deutschland.
 
GOSECK Schloss Goseck, am nördlichen Hochufer der Saale zwischen Naumburg und Weißenfels gelegen, ist aus einem alten Benediktinerkloster hervorgegangen,
das 1539 mit Einführung der Reformation aufgelöst wurde. Das Gebäude wurde zum herrschaftlichen Schloss umgebaut. Seit 2006 befindet sich in diesem Komplex -
genauer, in zwei Räumen des Hofmeisterhauses - eine Informationsstelle zur nahegelegenen 7000 Jahre alten kreisförmigen Kulturanlage
Die Kreispalisadenanlage ("Woodhenge") Goseck wurde 1991 augfgrund einer archäologischen Luftaufnahme entdeckt und setzte die Reihe ähnlicher Anlagen auf der Schalkenburg bei Quenstedt,
bei Quedlinburg und in Koschnitz fort. Die Anlage besteht aus einem kreisförmigen Graben mit 71 m Durchmesser, der durch drei wangenförmige Tore im Norden, Südosten und Südwesten
unterbrochen wird. Zwei konzentrische Palisadenringe (rekonstruiert) haben Durchmesser von 56 und 49 m. Viele keramische Gegenstände stammen aus der Kulktur der StichbandkeramikUNSLEBW
GUNSLEBEN im Großen Bruch bei Hamersleben. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf 1112 zurück. 1453 geht das Dorf als Lehen an das Geschlecht „derer
von Asseburg“ über, in dessen Besitz sich auch das Schloss befand. Das heutige "Schloss Gunsleben" wurde erst Anfang des 19. Jahrhunders fertiggestellt. Obwohl
die Ortsgeschichte eng mit dem Kloster 'Hamersleben' zusammenhängt, stand der Ort seit seiner Ersterwähnung unter wechselnder Abhängigkeit verschiedener
Klöster, wie beispielsweise Ringelheim. 1866 wurde die Gemeinde Gunsleben von Hamersleben getrennt.
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Schlanstedt Westerburg
Huysburg Zilly
Langenstein
Wernigerode
Blankenburg Quedlinburg
Roseburg Ballenstedt Falkenstein
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Halberstädter Burgenkreis (Nordharz)
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  HALBERSTADT ist die größte Stadt des gleichnamigen Landkreises. Sieliegt in einer weiten Senke, die
westlich'vom Harz, nördlich vom Huy und südlich von den Spiegelsbergen begrenzt wird. Zum Ursprung des Namens "Halberstadt" gibt es viele Deutungsversuche. Als die wahrscheinlichste hat sich die Erklärung als
"Stätte oder Siedlung am geteilten Bach" erwiesen. Entscheidend für die spätere Entwicklung ist die Gründung des Bistums im Jahr 804, als Karl der Große
das Missionsstift von Osterwieck nach Halberstadt verlegt. Am Kreuzungspunkt wichtiger Fernstraßen gelegen, war Halberstadt mit den Klöstern Corvey, Paderborn und Münster und mit den aufstrebenden Handelszentren wie Leipzig,
Hamburg und Lübeck verbunden. 989 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung, als dem Bischof Hildeward durch Otto III. das
Markt, Zoll- und Münzrecht, den königlichen Bann und die Gerichtsbarkeit verliehen wird. Die Bischöfe residierten auf der
Domburg, dem heutigen Domplatz. Um die Martinikirche entstand eine Kaufleute- und Marktsiedlung. 1179 wird Halberstadt durch die Truppen Heinrichs des Löwen
zerstört, 1184 erfolgt die Übernahme des Goslarer Stadtrechtes. Wenig später wird Halberstadt zu einer der wichtigsten Städte im Reich.
Viele der Bauten, die das über Jahrhunderte gewachsene Bild der Stadt ausmachten, wurden am 08. April 1945 zerstört. Im Rahmen der Stadtsanierung wird mit
hoher Sensibilität den noch vorhandenen Gebäuden neuer Glanz und neues Leben verliehen. Von besonderer architektonischer Schönheit ist der Dömplatz, der auf
seiner östlichen und westlichen Seite durch eindrucksvolle sakrale Bauten geprägt wird.
Die Liebfrauenkirche
prägt die westliche Seite des Domplatzes. Der Vorgängerbau von 1020 wurde durch einen 1110 fertiggestellten Neubau ersetzt. Der Bau ist die einzige viertürmige;
romanische Basilika im mitteldeutschen Raum. Das um 1230 geschaffene und im Vierungsbogeh hängende Triumphkreuz zählt zu den schönsten sächsischen Monumentalkreuzen. Von besonderem
kunstgeschichtlichen Wert sind die farbigen nahezu lebensgrößen “Chorschrankenfiguren”. Diese Stuckfiguren gehören zu den bedeutendsten ihrer Art. Das um 1210, entstandene Werk eines
unbekannten Meisters ist eine der wertvollsten Arbeiten zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Im gotischen Kreuzgang der Kirche befindet sich eine ständige Fachwerkausstellung.
Nördlich der Liebfrauenkirche liegen der Petershof
, der ehemalige Bischofssitz, und die Peterskapelle. Seit dem Sommer 2002 befindet sich im Nordflügel des Petershofes und in der Peterskapetle
die Stadtbibliothek „Heinrich Heine", die zu den schönsten in Deutschland zählt.
Der 1491 geweihte Dom auf der östlichen Seite des Platzes und die nur wenige Schritte entlernte Martinikirche
zwischen Holz- und Fischmarkt symbolisieren den nachhaltigen Konflikt zwischen Bischöfen und den Bürgern. Der
prachtvolle Dom St. Stephanus und Sixtus auf dem Domplatz gilt als das reinste Beispiel gotischer Architektur in Deutschland. Neben der harmonischen Geschlossenheit der Formen ist seine besondere Ausstrahlung auch dem
Baumaterial zu verdanken: dem warmen Ton der Kalksteinquader aus dem Huy. Seine Bauzeit betrug mehr als 250 Jahre. Daher vereinigt er Stilelemente aus allen Phasen der Gotik und er gilt als der am stärksten von der
nordfranzösischen Gotik beeinflusste Bau im sächsisch-thüringischen Gebiet. Im Inneren zählt die Triumphkreuzgruppe über dem Lettnerzu den wichtigsten Meisterwerken. Von besonderer Schönheit sind die
mittelalterlichen Glasmalereien in den Fenstern der Marienkapelle (um 1235). Über die Grenzen Deutschlands hinaus ist der einzigartigen Domschatz bekannt. Den Grundstock legte Bischof Bernhardt v. Krosigk im Jahr 1205.
Besonders kostbar sind die romanischen Wirkteppiche aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, eine weitere Preziose ist die Weihbrotschale aus dem 12. Jahrhundert, die Bischof Bernhardt v. Krosigk aus Byzanz mitbrachte. Unter den
Plastiken nimmt die bekannte "Halberstädter Sitzmadonna", eine Holzarbeit um 1210/20 einen herausragenden Platz
ein. Wertvolle Reliquien und 90 liturgische Gewänder vervollständigen den Schatz, der auch international zu einer der reichsten und wertvollsten Sammlungen dieser Art gehört.
Die Martinikirche
ist die Stadtkirche und mit ihren ungleichen Türmen das Wahrzeichen der Stadt. Der heutige Kirchenbau entstand zwischen 1250 und 1350. Unter der Innenausstattung sind der bronzene Taufkessel aus dem
13. Jahrhundert und die Renaissancekanzel von 1595 mit barocken Ergänzungen von 1690 bemerkenswert. Seit jeher befanden sich die Türme im Besitz des Rates der Stadt. Am Fuße des Mordturms befindet sich der Aufgang
zur Aussichtsplattform, die einen weiten Blick über Stadt und das Harzvorland erlaubt.
An der Westwand der Martinikirche stand lange Jahre der Halberstädter Roland
. Dem "Roland "mit dem stillen Lächeln" gebührt der Ruhm, der zweitälteste in Deutschland und der älteste in den neuen Bundesländern zu sein.
1433 wurde die Figur aus Halberstädter Sandstein gehauen. Eingemauert überlebte er das Inferno der Zerstörung
der Stadt am 8. April 1945. 1998 konnte er im Rahmen der Eröffnung des neuen Stadtzentrums an seinen ursprünglichen Standort am Rathaus zurückkehren
Von der Stadt sind starke Impulse ausgegangen, und dies erklärt auch, warum die über tausendjährige Kreisstadt
nicht nur einfach Halberstadt heißt, sondern sich mit vielen Beinamen wie "die Domstadt" und "die Rolandstadt"
schmückt. Halberstadt ist eine Stadt mit einem reichen kulturellem Angebot. Sie zählt zu den Orten, die an der Straße der Romanik und an der Deutschen Fachwerkstraße liegen und ist seit 1990 eine Modellstadt für Stadtsanierung.
Einer der Mittelpunkte der einfallsreichen und spritzigen Kunstszene ist das Nordharzer Städtebundtheater.
Dieses Mehrspartentheater setzt mehr als eine 200-jährige Musiktradition fort und hat Wurzeln in dem um 1905 errichteten, später zerstörten Stadttheater. Nach dem Kriege entstand das derzeitige Gebäude aus Trümmerteilen der
zerstörten Innenstadt. Das Städtische Museum präsentiert die Zeugnisse der mehr als tausend jährigen Stadt- und Ländegeschichte. Das Museum Heineanum ist aus der größten privat zusammengetragenen Vogelsammlung
Deutschlands hervorgegangen und ist das größte Naturkundemuseum in Sachsen-Anhalt.
Ein besonderes Kapitel nimmt in der Neugestaltung der (Alt-)Stadt die engagierte Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Halberstadt ein. Die "Steine der Erinnerung" (1992) vor dem Westportal des
Domes und die stilisierte zerbrochene Menora (1982) unmittelbar am Westportal der Kirche erinnern an die Deportation der Halberstädter Juden im Jahr 1942. Sorgsam wurden die erhaltenen
historischen Gebäude sowie die Zeugnisse jüdischen Lebens in der Bakenstraße und in den von ihr abgehenden Nebenstraßen saniert, davon zeugt die Eröffnung des Behrend-Lehmann-Museums 2001. Das
Museum zur jüdisch-deutschen Geschichte gehört zur 1995 gegründeten Moses-Mendelssohn-Akademie, die ihren Sitz im Rosenwinkel hat. Das ehemalige Rabbinerseminar in der
Klaussynagoge ist erneut zum Ort des Lernens und der Begegnung geworden.
Ein Gang durch Halberstadt macht auf viele Persönchkeiten aufmerksam, die hier gewirkt haben, wie die Komponisten Andreas Werckmeister und Michael Praetorius,
die Dichter Gleim und Lichtwer, die Maler Buchhorn und Hasenpflug. Vis à vis vom Dom, an seiner nordöstlichen Seite befindet sich das ehemalige Wohnhaus des
Dichters und Domsekretärs Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803). Seine wohl größten Verdienste liegen in der gezielten und uneigennützigen Förderung
literarischer Begabungen sowie in der Fähigkeit, Kontakt zu den beseutendsten Schriftstellern seiner Zeit zu pflegen. Mit seiner historischen Bibliothek und den mehr als 10 000 Handschriften ist das Gleimhaus
eine auch international stark beachtete Forschungsstätte für die Literatur- und Kulturgeschichte des „Zeitalters der
Aufklärung". Seine Sammlung von über 120 Ölgemälden berühmter Männer und Frauen seiner Zeit, der sogenannte „Freundschafts tempel", ist dafür das schönste
Zeugnis. Zum Halberstädter Freundeskreis von Gleim gehörte auch Emst Ludwig Christoph Spiegel zum Desenberg (1711-1785), dem die Umgestaltung der „Spiegelsberge
" zu einem Landschaftspark zu verdanken ist, der 1771 für alle Bürger der Stadt geöffnet wurde.
Dieses Erholungsgebiet am südlichen Rand der Stadt hält eine Fülle von Angeboten bereit. Sein Reiz liegt in der gelungenen Kombination von modernen Sportanlagen mit Bauten und
Parkelementen, die den Geist des 18. Jahrhunderts in die Neuzeit transportieren. Ein besuchenswerter Tiergarten rundet das Freizeitangebot ab. Sehenswert ist nicht zuletzt das Riesenfass, das sich
im großen Kellergewölbe des von Spiegel 1782 errichteten Jagdschlosses befindet - mit einem Fassungsvermögen von 1370,5 Hektoliter das zweitgrößte Weinfass Deutschlands. Der
Landschaftspark Spiegelsberge gehört heute zu den vierzig bedeutendsten und schönsten Gärten und Parks in Sachsen-Anhalt und ist Bestandteil der "Gartenträume", einem Projekt, das seine
Besucher zu einer Traumentschlüsselung einlädt.
HAMERSLEBEN liegt im westlichen Teil des Bördekreises an der B 245, L 77 und K 1365. Der Ort an der Straße der Romanik ist von Schöningen oder Oschersleben
aus per Fahrrad gut zu erreichen (Radwandern “DEUREGIO 2000 Ostfalen”, Tour 14, Vatertag 2007).
Der Ortsname bedeutet: 'bleibe im eingefriedeten Land'. Die Gemeinde wird 1021 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs II. erstmalig erwähnt, in der
dieser den Hof Hamersleben der bischöflichen Kirche zu Merseburg überträgt. Das 1107 durch Bischof Reinhard von Halberstadt in Osterwiek gegründete
Augustiner-Chorherrenstift wird 1111 nach Hamersleben verlegt. Klostermauer, Gemeinde und Kloster sind immer im engen Zusammenhang zu sehen, denn das Dorf
wurde für die Bediensteten des Klosters errichtet. Einige Daten zur wechselvollen Geschichte: von 1250 bis 1450 verfällt die Klosteranlage, dann wird sie mehrfach
geplündert. Einzelne Teile brennen ab. Nach fast 700 Jahren wird sie 1804 säkularisiert - die Klosterkirche fällt an die katholische Gemeinde, während das Klostergut
zu einer königlich-preußische Domäne wird. Zur Zeit des Königreiches Westphalen untersteht siedem französischen Marschall 'Massena'.
Kunstliebhaber kommen beim Besuch der Stiftskirche 'St. Pankratius' auf ihre Kosten. Die ehemalige Klosterkirche (Baubeginn 1111) gehört zu den wertvollsten Werken romanischer Baukunst in
Deutschland. Im Inneren sind kostbare Ausstattungsstücke zu sehen, wie ein typisch barocker Hochaltar, eine mächtige Orgel, zwölf überlebensgroße Apostelfiguren.´Führungen auf Wunsch!. Neben
der Stiftskirche befindet sich der Klosterpark, ein ca. 5 ha großer Waldkomplex, der zu den ältesten Parkanlagen im Bördekreis zählt. Die Anlage steht unter Naturschutz.
Von 1820 bis 1924 wird in Hamersleben Braunkohle abgebaut, so in der Zeche 'Columbus' an der Barneberger Straße. 1856 öffnet eine Zuckerfabrik, die für ein halbes
Jahrhundert besteht. Die Umgebung von Hamersleben bietet einiges, so das 'Herzspiel', ein unter Naturschutz stehendes Teichgelände, etwa einen Kilomer vom Ort entfernt in in
Richtung Ottleben. Hier sind seltene Wasser- und Sumpfvögel heimisch. Die umliegenden Acker- und Wiesenflächen dienen nordischen Gänsen als Rastplatz.
 HARBKE wird 1040 urkundlich erstmals erwähnt und ändert seinen Namen über “Hartbike”, “Hartbeke” und
“Harpke” bis zum heutigen Harbke (har = Wald; bek =Bach ). 1308 übernehmen Bertram und Ludolf von Veltheim die Grundherrschaft im Ort und begründen damit eine Ahnenfolge, die die nächsten 637 Jahre bestimmen sollte.
Unter ihrer Herrschaft entstehen Schloss, Kirche, Park und Lustwald, sowie viele heute noch erhaltene Fachwerkbauten. 1572 wird die Obere Schloss- und Pfarrkirche St. Levin gebaut. Zur Erinnerung an den Erbauer
wird sie mit einem Epitaph geschmückt, das Achaz von Veltheim und seine Gemahlin, Margarete von Saldern, mit 32 Ahnenwappen zeigt. Der Turm wird 1718-19 angebaut. 1731 werden alle Gebäude des Ritterguts, mit
Ausnahme des Schlosses, durch ein Großfeuer vernichtet. 1744 beginnen die ersten Anpflanzungen im Harbker Lustgarten.
Anlässlich eines Besuches (1805) beim Helmstedter Universitätsprofessor und Wundermann Gottfried Christoph Beireis, dem
Hausarzt derer von Veltheim, wird Goethe auf dem Schloss zu Harbke eingeführt. 1842 wird, auf Veranlassung des Grafen Röttger
von Veltheim, der erste Braunkohle-Schacht in Harbke niedergebracht. Damit ist der Grundstein für fast 150 Jahre
Braunkohlen-Industrie in und um Harbke gelegt. Harbke gilt nicht zuletzt als Hauptrevier des Räuberhauptmanns Rose ("Den Riecken nehm ick't, den Armen jew ick't") Chronik: http://people.freenet.de/Harbke/chronik.htm
Am Eingang zum Landschaftspark steht die 1572 erbaute evangelische Kirche mit der seltenen Fritzsche-Trautmann-Orgel. Der Park
selbst birgt seltene Bäume, darunter den ältesten Ginkgo zumindest Ostdeutschlands. Als nächstes fällt das ins Auge, was von der
Schlossruine übrigblieb; hier stand 1945 noch ein Schloss, das nach der Enteignung weiterhin genutzt wurde; der Zerfall hat vor 1972
begonnen (Bernd Richter, Harbke). Am 16.05.03 fanden wir ihn fast total. Unser Weg führt uns jetzt zur Orangerie (wie das Schloß 1825
erbaut, teilte sie dessen Schicksal). Seit einigen Jahren wird sie in der Regie des örtlichen Denkmalsvereins restauriert. Nahebei findet
sich die "chinesische Mauer" mit der "Promona". Im Jahren des Projektes “40 Gartenträume” wird 2005 der Teich an der Orangerie wieder von den Erdmassen befreit, die beim Bau
des 1997 geschlossenen Schwimmbades bewegt wurden. Beim ausbaggern des Bereiches vor der Orangerie srtieß man dabei auf Fundamente der alten Brücke, die nun als Vorlage für eine Restaurierung dienen können.
Der Turm von Harbke wurde 1825 nach Entwürfen Karls von Veltheim von dessen Vater Graf Werner von Veltheim als Ruine erbaut, um den Harbkern Arbeit und Lohn zu geben.
Eine vom Erbauer veranlasste Inschrift im oberen Turmzimmer lautet:
Neu schuf ich hier Altes, Doch auch das Neue wird alt Und vergeht wie das Alte verging. Nachkommen sorget nun Ihr, Daß nicht zu früh es geschieht.
Für die 1914/18 gefallenen Harbker wurde in der Grotte der Turmruine eineInschrift angebracht und unterhalb in einem Ehrenhain ihre Namen auf Steinen verzeichnet. Quelle:Festschrift 950 Jahre Harbke 1040 - 1990 - vermittelt von Marita Sterly, LANDKREIS HELMSTEDT, Amt für Schule, Kultur und Sport -Kreismuseen-
Diese und weitere Sehenswürdigkeiten findet man auf dem Ginkgo-Pad (Rundgang durch das Dorf gekennzeichnet mit dem Ginkgo-Blatt), der uns auch zum prächtigen Bau des "Grauen Hofes" führt, der, um
1600 erbaut, der Gutsherrschaft als Gericht diente. Die klobigen und wunderschön verzierten Eichenholzbalken fallen sofort ins Auge.
Zum Wappen
: der Zweig verweist auf die waldreiche Gegend, die Ähren auf die Landwirtschaft in der Region. Schlägel und Eisen stehen für den bis 1990 betriebenen Bergbau. Die schwarzen und weißen
Streifen kennzeichnen die beiden Linien der Familie von Veltheim, deren Geschlecht Harbke über Jahrhunderte durch ihr Wirken geprägt hat. Empfehlung: eine Rundtour (Fahrrad) Harbke - Bad Helmstedt -
Behndorf - Morsleben - Marienborn (Zonengrenzmuseum und Wallfahrtsstätte) - Harbke; teilweise auf befestigten Waldwegen. TRIPS7 ANSICHTEN Chronik
HAVELBERG , die Domstadt, liegt am Zusammenfluss von Havel und Elbe, auf halber Strecke zwischen den Metropolen Hamburg und Berlin. Historisch als „Wiege der Prignitz" brandenburgisch, gehört es nunmehr politisch zum nördlichen Altmarkbereich Sachsen-Anhalts, versteht sich aber nach wie vor als Brückenschlag
zwischen beiden Bundesländern. Havelberg ist neben Brandenburg das älteste Bistum östlich der Elbe, es wurde 946/948 unter König Otto I. (936-973) gegründet. Das
Territorium reichte von der Elbe bis zur Ostsee und umfasste große Teile Mecklenburgs, Pommerns, der Prignitz und des Elb-Havel-Winkels, Gebiete, die seit der
Völkerwanderung slawisch besiedelt waren. 983 von den Slawen zerstört, wird der Bischofssitz um 1150 wiedererrichtet. Die wehrhafte Domkirche entsteht Mitte des
12. Jahrhunderts an der Stelle eines ehemaligen Heiligtums der Slawen. Vom Magdeburger Erzbischof Wichmann im Jahre 1170 geweiht, wird sie zur symbolträchtigen
Gottesburg in einer Landschaft, in der sich die Christianisierung als besonders mühsam erwies. Die slawischen Einwohner rebellieren immer wieder gegen die Siedler
und neuen Herren. Im Schutze der Bischofsburg siedeln sich deutsche Händler, Kaufleute und Handwerker auf der Insel unterhalb des Domberges an.
Die an der „Straße der Romanik" gelegene dreischiffige Basilika mit geschlossenem Südflügel, in dem sich das 100-jährige Prignitz-Museum, katholische Kapelle und Paradiessaal befinden, wurde
zwar nach einem Brand 1269 gotisch verblendet, zeigt aber auch in ihrer reichhaltigen Innenausstattung klassische romanische Gestaltungselemente. 1819 wird das Domstift aufgehoben und durch
den preussischen Staat säkularisiert. Sehenswert sind die um 1300 entstandenen Sandsteinskulpturen im Chor und die um 1400 geschaffenen Chorschranken: zwanzig Reliefs und weitere vierzehn
Sandsteinplastiken zeigen Szenen der Passion und Auferstehung Christi. Mit Domfesten, zahlreichen Dom- und Domhofkonzerten, Open-Air-Opernaufführungen oder Sonderausstellungen hat sich
die Kathedrale mittlerweile einen Ruf als Kulturzentrum geschaffen.
Bedeutsam für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt waren der Fernhandel über die Handelsstraße Magdeburg-Lübeck sowie die
Flussläufe Elbe und Havel und natürlich die Zugehörigkeit zur Hanse seit 1319. Die günstige Lage der Stadt und der Fischreichtum der
Flüsse lassen Schiffahrt, Schiff-und Bootsbau und Fischerei zu tragenden Wirtschaftszweigen werden. Während des Dreißigjährigen Krieges
wird die Stadt 1627 bei den Kämpfen zwischen dänischen und kaiserlichen Truppen bis auf drei massive Gebäude völlig zerstört. 1688 wird
eine kurbrandenburgischen Werft an der Havel zum Bau seetüchtiger Schiffe für brandenburgische Kolonialunternehmen in Afrika unter
Leitung des Holländers Benjamin Raule errichtet. Bis 1698 entstehen 15 Schiffsrümpfe, die über Havel und Elbe nach Hamburg getreidelt
werden. 1779 wird die Königlichen Seeschiffswerft gegründet, auf der bis 1786 zwanzig weitere Schiffe gebaut werden.
Die wie ein Herz in der Havel liegende, ringförmig bebaute Altstadtinsel, die erst 1876 durch sieben ehemalige Domberg-Gemeinden
ergänzt wird, zeugt mit ihren Giebel- und Traufhäusern, teilweise Fachwerk des 17. und 18. Jahrhunderts, von Reichtum, das durch
Handwerk, Handel, Schiffbau und Fischerei begründet wurde. 1816 gelangt Havelberg nach der Verwaltungsreform zum Kreis Westprignitz
(Regierungsbezirk Potsdam, preussische Provinz Brandenburg). 1870 vernichtet der "große Stadtbrand", der erst mit Hilfe der Berliner
Feuerwehr gelöscht werden kann, fast neunzig Wohnhäuser auf der Stadtinsel. 1911 beginnt die Havelregulierung, 1932 wird der
Schleusenbau zur Elbe aufgenommen. Durch den Aushub entsteht die "Spülinsel". 1952 wird Havelberg Kreisstadt im Bezirk Magdeburg,
1990 führt der Streit über die Länderzugehörigkeit Havelbergs zu einer Bürgerbefragung, bei der 2195 Einwohner für Brandenburg und 1937 für
Sachsen-Anhalt stimmen. Die rechtlich relevante Entscheidung der Stadtverordneten fällt demgegenüber mit 7:6 Stimmen knapp für das Land Sachsen-Anhalt aus.
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 HESSEN am Fallstein, das 966 in einer Schenkungsurkunde Ottos I. erstmals als “Hessenheim” erwähnt wird wird, war
wie Schöppenstedt sehr früh ein Marktflecken im Harzvorland. Seine zwei Jahrmärkte (An- und Verkauf von Tieren und
Waren) benötigten befestigte Wege zur Sicherung des Handels. Nach den Befreiungskriegen wurden nicht nur die damals desolaten Chausseen und Dämme instandgesetzt, sondern auch zahlreiche Neubauten ausgeführt. Dazu gehörten die
Straßen über den Zollberg Hessen, den Weinberg bis Klein Schöppenstedt und den Olla zwischen Schöppenstedt und Evessen.
Anhand der Weinschenke lassen sich die engen Verbindungen zwischen Hessen und dem Braunschweiger Land darstellen. Denn
das Lokal, das 1395 erstmals erwähnt wird und damit als älteste Wirtschaft Sachsen-Anhalts gilt, gehörte einst dem braunschweigischem
Herzog. Am 24. Juni jenes Jahres verpachtete der Herrscher die Weinschenke für 20 Mark „löthigen Silbers" an einen gewissen „Hinrike
Angersteyne". Das Gebäude war Bestandteil eines großen Wirtschaftshofes, der sich um das herzogliche Schloss erstreckte. Die
Geschichte der weitläufigen Anlage mit Ober- und Unterburg geht zurück bis auf Kaiser Otto I. (966).
Dorf und Schloss Hessen befanden sich zwar schon im 14. Jh. im Eigentum der
Braunschweiger Herzöge, doch bis ins 16. Jh. an adlige Geschlechter verpfändet. Später wurde die Anlage dann zur Sommerresidenz der Braunschweiger Herzöge. Vor 1560 ließ
Herzog Julius, noch als Prinz, das Schloss ausbauen. 1564 erblickte hier der spätere Herzog Heinrich Julius das Licht der Welt, der als gelehrtester Fürst seiner Zeit galt.
Schon früh begann dieser, intensiv Bücher zu sammeln - so sind die Wurzeln der heute weltberühmten Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttels eigentlich in Hessen zu suchen. Und vielseitig war er auch: er führte nicht nur
den Protestantismus ein, sondern brachte von einer Reise aus England auch die erste Kartoffel mit. Das kulturelle
Leben am Rande des Fallstein erlebte eine ungeheure Blüte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schloss Hessen bei einer Plünderung durch schwedische Truppen schwer beschädigt, aber noch Herzog August (reg. 1635-1666) veranlasste die
Instandsetzung und besuchte das Schloss oft. 1645 ließ er im Ostflügel eine repräsentative Portaleinfassung mit seinem Wappen einfügen - sie ist nocch heute zu sehen. Elisabeth von Dänemark (1573-1626), die zweite Gattin des
prachtliebenden Herzogs Heinrich Julius (reg. 1589-1613) veranlasste nach ihrer Hochzeit 1590 den Ausbau des Schlosses und der Parkanlagen durch den Baumeister Paul Francke und den herzoglichen Gärtner Johann Royer.
Tatsächlich blickte die zivilisierte Welt schon früh auf das kleine Hessen - und zwar mit überraschten Augen.
Die Pflanzensammlung in den ausgedehnten Renaissance-Gärten Hessens stellte mit 1800 Arten selbst königliche Anlagen wie Kopenhagen und Oxford in den Schatten. Der bronzene Figurenschmuck war zeitlos schön und ist heute
noch zu bewundern: Teile wie die Tierplastiken des großen Brunnens im Lustgarten stehen im Herzog-Anton-Ulrich Museum (Braunschweig), im Rijksmuseum (Amsterdam) und im Louvre (Paris). Die Orgel schließlich, die Esaias
Compenius eigens für die Schlosskapelle baute, wird auf Schloss Frederiksborg in Dänemark noch heute bespielt. Später diente das Schloss als Witwensitz, es wurde nach einem Brand 1641 immer mehr vernachlässigt.
Mit der Zugehörigkeit zum Braunschweiger Land war es 1941 vorbei. Nach über 600 Jahren wurden Hessen und Pabstorf gegen
Homburg und Roklum eingetauscht. Hintergrund war das “Salzgitter-Gesetz" demzufolge die dortigen Stahlwerke an die ergiebigen
Brunnen rund um Homburg kamen. Kurioserweise hatten die Kriegsgegner von diesem Tausch zwischen Braunschweig und Preußen
nichts gemerkt und Hessen blieb nach dem Ende des zweiten Weltkriegs eine Zeit lang ohne jede Besatzung. Dann allerdings folgte eine 44 Jahre währende Zugehörigkeit zum Ostblock. 1951
begannen die Behörden der DDR mit dem Abbruch des Schlosses. Der Grund, so Hessener Einwohner: es fehlte angeblich an Packmaterial für Wege und Straßen.
Die Unterburg wurde wechselnd genutzt, mal als Pagenhaus, dann als Pferdestall und wieder als Pächterwohnung. Nach der Grenzöffnung wurde der Hausmannsturm saniert, in dem heute ein
Kindergarten untergebracht ist. Die Oberburg verfiel zusehends. Der Westflügel war schon 1946 abgerissen worden, der Nordflügel brach in den 70er-Jahren weg. Übrig blieben der Ostflügel, der
eine Kapelle enthielt, und der Südflügel. Durch die eingefallenen Dächer prasselte Regen in die Schlossreste. Seit 1995 setzt sich der Förderverein Schloss Hessen für den Erhalt ein.
 Das Dach des Ostflügels ist Gegenstand der „Sicherungsmaßnahme, Teil I". Der Eckpavillon ist dann
Gegenstand des zweiten Bauabschnitts. Die Aussichtplattform ist in luftiger Höhe bereits neu gegossen worden und ermöglicht den Blick auf den Renaissance-Garten, wie er auf einem alten Merian-Stich
abgebildet ist. Die Wendeltreppe soll wieder auf die Aussichtsplattform führen, von der aus die Sicht zu drei Seiten offen ist - lediglich der Südflügel schränkt den Rundblick ein. Der Bahndamm wurde
freigeschlagen, so dass die gesamte Anlage sichtbar wird. Zum Tag des offenen Denkmals wurde der Rasen in unterschiedlichen Höhen gemäht, so dass die Konturen von Wegen und Fächern erschienen.
Der Keller des Eckpavillons soll Platz für einen Jugendraum bieten; im Erdgeschoss ist eine Heimatstube geplant. In einem Museum können sich die Besucher in den Stockwerken darüber über die
Schlossgeschichte und den Lustgarten informieren. Die Wände des Südflügels sind mittlerweile schief und drohen abzubröckeln. Wo einst das Dach war, wächst eine Pflanzenkrone. Seine Sicherung, der dritte
Teil der Maßnahme, ist noch nicht bezahlbar, doch hofft man, dass das Schloss in fünf bis sechs Jahren wieder nutzbar sein wird.
Am Ortsausgang von Hessen, in Richtung Halberstadt, steht an der B79 ein 1909 errichteter Gedenkstein
für den “Schwarzen Herzog”, wie der braunschweigische Landesfürst Friedrich Wilhelm zumeist genannt wird. Der Stein erinnert an den Moment, an dem er mit seiner schwarzen Schar am 30. Juli 1809 wieder
braunschweigisches Gebiet betrat. “Bewegten Herzens war Friedrich Wilhelm vorangeeilt und erwartete am alten Grenzgraben, der das Fürstentum Halberstadt vom Lande Braunschweig trennte, das
heranrückende Korps, das rings um ihn Ausftellung nahm..... Rüstig marschierten die Schwarzen dann in
Hessen ein, dem ersten braunschweigischen Ort, den sie auf ihrem Zuge berührten. Freudig wurden sie von einer begeisterten Menge willkommen geheißen. Auf einer nahe dem Dorfe gelegenen Wiese
schlugen sie ihr Lager auf, um am nächsten Morgen.... nach Wolfenbüttel aufzubrechen.” Der Gedenkstein hatte zwei Tafeln, die nach dem zweiten Weltkrieg verschwunden waren. Da das Medaillonbild des
Herzogs mit dem des Schöppenstedter Gedenksteins identsch war, wurde hiervon 1992 ein Abguss für Hessen angefertigt. Diese Aktion soll die Verbundenheit der Schöppenstedter mit den Hessenern unterstreichen
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HOPPENSTEDT Am Südabhang des Kleinen Fallstein (Landkreis Halberstadt) gibt es eine Reihe von Aufschlüssen in den Kalksteinen und Mergeln des Cenoman,
des gesamten Turon und der Basis des Coniac (Oberkreide). Der schönste und wichtigste Aufschluß, als Naturdenkmal geschützt, ist der ehemalige Steinbruch
Hoppenstedt, der sich unübersehbar unmittelbar am nördlichen Ortsausgang von Hoppenstedt befindet. Die Schichten fallen mit 30° - 45° in Richtung S-SSW ab, wobei
sich die Verstellung der Schichtenfolge mit den subherzynen Bewegungen (Ilseder Phase) im Verlauf des Coniac und einer damit verbundenen Salzaktivität im Santon
erklären lässt. Die aufgeschlossene Schichtenfolge ist 85 m mächtig und reicht vom unteren Cenoman bis in den Turon-Coniac Grenzbereich ("Grauweiße
Wechselfolge"). Die Basis der Cenoman-Transgression selbst ist nicht aufgeschlossen. Das Profil zeigt eine deutliche Gliederung in vier Sedimentationseinheiten, die
sich nach Bankungsart, Farbe und Karbonatgehalt unterscheiden.
 HÖTENSLEBEN ,bereits im 10. Jh. erwähnt, im 14. Jh. Anlass zu kriegerischen Auseinandersetzungen
zwischen Braunschweig und Magdeburg, später landesherrlicher Verwaltungssitz und im 17. Jahrhundert Eigentum des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Homburg. Interessante Bauwerke sind das Amtshaus,
das Rathaus in barockem Stil (das früher Armenhaus war) und die herrlich ausgemalte St. Bartholomäuskirche
Ein Band aus grauen, mit rechteckigen Löchern versehenen Betonplatten kreuzt mehrmals die
Bundesstraße 245a. Es verliert sich in einem Feld, um ein paar hundert Meter weiter wieder aus dem Nichts aufzutauchen. Einen Sinn hat der Plattenweg südöstlich von Helmstedt nicht mehr. Zu Zeiten der deutschen
Teilung hieß er Kolonnenweg, war Teil der DDR-Grenzanlagen und diente für Patrouillen im Todesstreifen. Am Grenzdenkmal am Rande von Hötensleben beließ man ein Stück Grenze: der Querschnitt entlang der
Hauptstraße zeigt nicht weniger als ein Dutzend Sicherungsmaßnahmen, von der Sichtblendmauer mit Laternen über den Signalzaun bis hin zu einer dichten Reihe aus Stahlhöckem als Hindernis für Fahrzeuge.

Auf einer Länge von 350 Metern uind einer Fläche von 6,5 Hektar sind die Sichtblendmauer, der Signalzaun, das Sicht- und Schussfeld mit Llichttrasse,
Kolonnenweg und Kfz-Hindernis, die Grenzmauer und der Führungsturm mit Kfz-Stellung zu sehen. Das Denkmal gehört zusammen mit dem Zonengrenzmuseum in Helmstedt und der Gedenkstätte “Deutsche Teilung Marienborn” zum Projekt
“Grenzenlos - Wege zum Nachbarn”, http://www.grenzdenkmaeler.de
Schon nach ein paar hundert Metern verliert sich die Geschichte im Gestrüpp. Die Natur hat sich Raum zurückerobert. Wildkräuter wuchern hier ungehemmt, ein
Paradies auch für Vögel. Seltene Arten wie die Rohrweihe haben hier ein Zuhause, der Neuntöter lebt hier, sonst ist er in Deutschland kaum noch zu finden. Der Vogel
hat die Angewohnheit, gefangene Insekten auf Domen zu spießen und diese erst später, bei größerem Appetit zu verspeisen. Besonders rund um den
Braunkohle-Tagebau sind Naturliebhaber auf den Betonplatten auf dem richtigen Weg. Wer die Gegend mit dem Fahrrad erkunden möchte, sollte nicht allzu empfindlich gegen das Rumpeln auf den gitterartigen Platten sein.
Zwischen Helmstedt und Harbke endet der Kolonnenweg auf einer Aussichtsplattform. Man blickt in den Tagebau; das Erdreich auf dem einmal der Todestreifen
lag, ist längst abgetragen. Und auch an anderer Stelle ist die ehemalige Grenze löchrig geworden. Felder und Neubaugebiete beginnen gleich neben den Betonplatten.
In den Orten Zicherie und Böckwitz, gut zwei Kilometer südlich von Brome (Landkreis Gifhorn), erinnert kaum etwas daran, dass der Ort vor nicht allzu langer Zeit geteilt
war. Eine gepflegte Wiese mitten im Ort könnte ein kleiner Park ohne jede Bedeutung sein. Nur ein Granitblock mit der Inschrift „Wir sind Europa" deutet an, dass der
Rasen nicht zu jeder Zeit Zierde war. Dokumente der Teilung zeigt eine Ausstellung im landwirtschaftlichen Museum Böckwitz, einen Steinwurf entfernt.
An die Grenze will auch die Gedenkstätte Marienborn erinnern, der größte innerdeutsche Übergang, direkt an der A2. Für den Besucher, der von der Autobahn
aus Richtung Hannover kommt, taucht das Denkmal hinter einer bunten Raststätte auf. Einen noch authentischeren Eindruck von der ehemaligen Grenzstation
bekommt, wer sich von Süden über eine abgelegene Straße nähert: „Durchfahrt nur nach Aufforderung", heißt es auf einem alten Schild an einem Wachhäuschen
zwischen Schlagbaum und Metallzaun. Neben einem abgebauten, vor sich hin rostendenWachturm und dem Wrack eines NVA-Panzers führt der Weg durch
Schlaglöcher zu einem Parkplatz zwischen grauen Abfertigungshallen aus Beton. Unweit davon: Häuschen aus schmutzig-weißen Plastikrippen in denen Pässe
kontrolliert wurden. Diese Originalplätze sind teils interessanter als die Exponate im Ausstellungsgebäude.
Vorsicht ist noch heute bei den Erkundigungen im ehemaligen Todesstreifen geboten, heißt es auf einer Tafel am Grenzdenkmal Hötensleben, die Wege solle
man nicht verlassen. Zwar seien die Minen längst beseitigt, garantiert wird aber für nichts. Nach: Enno Brendgens, Braunschweiger Zeitung, 31.08.02
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 HUNDISBURG Eine Burg der Haldensleber Markgrafen in Althaldensleben wird bereits 966 erwähnt. Auf das Jahr 1140 geht die
Nennung der "Hunoldesburg zurück, die im Mittelalter die Funktion einer Grenzfeste des Erzbistums Magdeburg besitzt. Unterhalb
der Burg entsteht ein Burggarten. 1214 belagert Kaiser Otto IV . die Hunoldesburg und wird so zu ihrem bislang hochrangigsten Besucher.
1452 gelangt die Hundisburg an die Familie von Alvensleben und wird in den Jahren 1544 –1602 durch Ludolf X. zum
Renaissanceschloß ausgebaut. Gleichzeitig wird der "Alte Lustgarten" vor dem Magdeburger Tor neu gestaltet. 1630 wird das
Schloss bei der Belagerung Haldenslebens zum Hauptquartier von Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim. Ende des Dreißigjährigen Krieges ist
es nicht mehr bewohnbar, doch ist der Wiederaufbau im Jahre 1654 abgeschlossen. Der Bergfried aus dieser Zeit hat sich als Südturm erhalten.
Er wurde bereits 1568 von Ludolph X. von Alvensleben mit repräsentativen Wohnräumen ausgestattet, und erhielt 1659 seine bis heute erhaltene
"welsche Haube". 1693 beauftragt Johann Friedrich III. von Alvensleben den Braunschweiger Landbaumeister Hermann Korb damit, den Bau
nach dem Vorbild Salzdahlums in ein grandioses Barockschloß umzuwandeln, was bis 1712 gelang. Um 1740 wurde die Anlage durch das schmiedeeiserne "Pariser Tor" abgerundet.
Prominentester Gast war 1704 der Philosoph und Universalgelehrte
Gottfried Wilhelm Leibniz, der seinen Korrespondenzpartner Johann Friedrich von Alvensleben besucht. Weitere prominente Gäste der folgenden Jahrzehnte waren Friedrich I., Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II.
von Preußen. Mitte des 18. Jahrhunderts veranlasst die Äbtissin Anna Margarethe Schleebusch den Neubau von Klausur und Wirtschaftshof auf dem Kloster Althaldensleben. 1753 Entsteht mit der „Wildnis“ oder
„Englischen Partie“ unter Gebhard August von Alvensleben im Hundisburger Garten ein „Englisches Boskett“ - die erste Annäherung barocker Gartenkunst an den in England entwickelten Landschaftsgarten. Während
des 7-jährigen Krieges (1756-1763) logiert die preußische Königin mehrfach in Hundisburg. Am 28.11.1945 kommt es während der Einquartierung sowjetischer
Truppen zu einem verheerenden Brand, dem das Hauptgebäude des Schlosses zu zwei Dritteln zum Opfer fällt. Seit der Wende wird dem Bau und dem prächtigen Garten Schritt für Schritt die einstige Gestalt
zurückgegeben. Mittlerweile ist er es kulturelles Zentrum der Region mit einem Angebot, das vom Kabarett bis zum sinfonischen Konzert reicht. Jährlicher Höhepunkt ist die Internationale Sommermusikakademie der
Europa Philharmonie mit weithin überregional beachteten Konzerten. 2001 wird Schloss Hundisburg samt seinem historischen Garten in das Programm “Gartenträume des Landes Sachsen-Anhalt” aufgenommen. Die
Stadt Haldensleben gewinnt damit eine Silbermedaille beim Wettbewerb „entente florale“.
Das Technische Denkmal "Ziegelei Hundisburg" ist auf einem naturkundlichen historischen Lehrpfad von der Ohrekreisstadt Haldensleben oder über die Straße der Romanik westlich der
Landeshauptstadt Magdeburg zu erreichen. Die Anlage ist in ihrer Art einmalig in Sachsen-Anhalt, vermittelt sie doch dem Besucher noch heute einen Eindruck von der Herstellung alter Ziegel. Nach
unbestätigten Aussagen soll der Hundisburger Bauer Friedrich Heinrichs bereits 1846 eine Ziegelei mit einem Feldbrandofen betrieben haben. Die Tatsache, dass 1873 bereits 3 Trockenschuppen
auf dem heutigen Standort gebaut waren und am 1. Mai 1873 die Gesellschaft “Rademacher & Gebrüder Möries” gegründet wurde, gab Anlass zu vielen Vermutungen. Mit dem Bau eines Ringofens
im Jahre 1882 auf dem heutigen Standort erfolgte die Gründung der Ziegelei Hundisburg. Der runde Ofen wurde mit 16 Kammern ausgestattet, sein rechteckiger Schornstein hatte eine Höhe von 20
m. Später wurde er auf 29 m erhöht, und so ist er heute noch zu sehen. Ein entscheidendes Datum in der Entwicklung der Ziegelei Hundisburg war die Anschaffung einer Dampfmaschine im Jahre
1903. Ein Maschinenhaus wurde errichtet und Koller sowie Strangpresse wurden aufgebaut womit der Übergang vom Handbetrieb zum Maschinenbetrieb einhgeleitet war. 1934 kam eine neue
Dampfmaschine, und 1938 wurde der Ringofen durch einen Zick-Zack-Ofen ersetzt. Nach der Stilllegung der Ziegelei im zweiten Weltkrieg gab es nach 1945 einen mühsamen Neubeginn.
Die Ziegelei Hundisburg ist heute nicht nur ein besonderes Technikmuseum, sondern auch eine Produktionsstätte für spezielle Ziegel, vor allem für denkmalpflegerische Zwecke. In einem
Trockenschuppen wurde eine moderne Werkstatt für die Handstrichproduktion eingerichtet, in der ältere Arbeitnehmer und benachteiligte Menschen eine sinnvolle Beschäftigung finden.
  HUYSBURG Romanische Burg und Barockkloster bei Dingelstedt (Sachsen-Anhalt), an der B79 im Bergrücken Huy
gelegen. Die Ursprünge gehen auf eine romanische Wehranlage Karls des Großen zurück. Als diese nicht mehr gebraucht wurde, wurde sie 1084 zur Abtei. Obgleich an der Straße der
Romanik gelegen, hat die Anlage heute mehr Barock- als romanisches Gepräge: Zunächst wird die Region Anfang des 16. Jahrhunderst durch die Bauernkriege in
Mitleidenschaft gezogen, dann zogen die Landsknechte und Söldner des dreißigjährigen Krieges plündernd und brandschatzend darüber hinweg. Als es an den Wiederaufbau ging,
war Barock en vogue. Die letzten Reste der romanischen Bebauung verschwanden allerdings erst Anfang des 19. Jahrhunderts, als der neue Besitzer, General Karl Friedrich von dem
Knesebeck die romanischen Gebäude abreißen ließ. Aus dem Material entstand nahebei ein romantisches Herrenhaus unter dem Namen "Schloss Röderhof". Diese Umgestaltung
konnte nur gelingen, da zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Preußischen Provinz die Klöster aufgehoben worden waren. Die Klosterkirche blieb katholische Pfarrkirche. Von der
alten Klosteranlage Huysburg existieren noch die Umfassungsmauer, das Torhaus und Reste des Kreuzganges Seit 1972 leben wieder Mönche im Kloster Huysburg. Unter fachkundiger Führung
kann die jetzige Kloster- und Pfarrkirche St. Maria mit ihrem prächtigen barocken Hochaltar und dem einzigartigen Orgelprospekt besichtigt werden: http://roederhof.de/index.htm?huysburg.htm
Wie zahlreiche Funde alter Scherben zeigen, beherbergte die Burgtalsbreite mit ihren Wallanlagen in der frühen Eisenzeit (800-500 v. Chr.) eine Höhlensiedlung. Diese hat wohl während der
Auseinandersetzungen zwischen Germanen und Kelten als Schutz vor feindlichen Übergriffen gedient. Zu größerer Berühmtheit hat es die Daneilshöhle gebracht, die von der Huysburg aus über
einen knapp 2 km langen Wanderweg erreicht werden kann. WANDERUNG ZUR DANEILSHÖHLE
Die Einheitsgemeinde HUY
wurde am 01.04.2002 aus den ehemaligen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Huy [Aderstedt, Anderbeck, Badersleben,
Dedeleben, Dingelstedt am Huy, Eilenstedt, Eilsdorf, Huy-Neinstedt, Pabstorf, Schlanstedt Vogelsdorf] gebildet.
HUY-NEINSTEDT
800 m südlich von Huy-Neinstedt befinden sich "Gletschertöpfe", Gesteinsauswaschungen die durch die Wirkung eiszeitlichen Schmelzwassers entstanden sind. Sie
sind vom Parkplatz an der Landstraße zwischen Athenstedt und Huy-Neinstedt zu erreichen. An der Straße befindet sich ein Hinweisschild. Durch den Wald läuft man
ca. 5 Minuten (nach etwa 2 Minuten Fußweg nimmt man an der Weggabelung den rechten Weg) und erreicht dann den ehemaligen Steinbruch am Hardelsbruch, wo dieGletschertöpfe beim Gesteinsabbau freigelegt wurden.
Die Gletschertöpfe beweisen die Anwesenheit skandinavischer Gletscher in der Saale-Kaltzeit vor mehr als 200.000 Jahren. Solche Formationen sind im außeralpinen Raum sehr selten und daher von überregionaler Bedeutung.
 JERICHOW Südöstlich von Tangermünde erhebt sich auf einer bewaldeten Hochfläche die Kirche des
ehemaligen Prämonstratenserklosters der Stadt Jerichow. 1144 hatte König Konrad III. die Gründung eines Prämonstratenserstifts bestätigt, dieses mit Grundbesitz ausgestattet und es dem Bistum Havelberg
unterstellt. Chorherren aus dem Kloster “Unser Lieben Frauen” in Magdeburg ließen sich im Zentrum des slawischen Fischerdorfes Jerichow am Elbufer, in der Nähe einer Burg nieder. Vier Jahre später verließen
sie den Standort wegen der Unruhen des Markttreibens und zogen aus dem Ort an die heutige Stelle.
Der 1250 beendete, in Backstein ausgeführte Sakralbau gilt als schönster Bau der Romanik östlich der Elbe. Eine
Besonderheit ist der Wechsel vom Baumaterial Bruchstein zum neuen Material Backstein, der in dieser Phase erfolgte: da es im weiteren Umkreis natürlichen Baumaterialien mangelte, wurden die Lehm- und Schlickvorkommen der
Elblandschaft zur Herstellung des Backsteins genutzt. Den ältesten Bereich mit Kirche und Klausurhof umgaben zahlreiche Wirtschaftsbauten, die jedoch später neu errichtet wurden. Das gesamte Gelände wurde von der 1 km langen
Klostermauer umschlossen. Da sich das Kloster als Streitobjekt benachbarter weltlicher und geistlicher Territorialfürsten
im Mittelalter kaum entwickelte, blieb auch der romanische Bauzustand jahrhundertelang unverändert erhalten. Im 16.
Jahrhundert wurde das klösterliche Leben im Zuge der Reformation aufgehoben, obgleich Bischof Busso von Alvensleben
bis zu seinem Tode 1548 vergeblich versuchte, das Kloster für das Havelberger Stift zu retten. Aus dem sogenannten Klosteramt entstand später die brandenburgisch-preußische Domäne. Der Versuch der Wiederbesetzung des Klosters
1629-31 scheiterte in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Nach Instandsetzung der Räume setzte im Bereich der
Klausur intensiver Wirtschaftsbetrieb ein. Besonders Bier- und Brandweinherstellung entwickelten sich zu lukrativen
Nebeneinnahmen der Domänenpächter, die im Westflügel auch ihren Wohn- und Verwaltungsbereich eingerichtet hatten.
Die Kirche, seit Auflösung des Klosters neben der Stadtkirche als evangelisch-lutherische Amtskirche genutzt, befand
sich nach dem 30-jährigen Krieg erstmalig im bedrohlichen Bauzustand. 1685 ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der "Große Kurfürst") das Gebäude für
eine neugegründete Reformierte Gemeinde aus französischen und süddeutschen Emigranten instandsetzen. 1831 vereinigten sich beide Gemeinden zur evangelischen
Kirchgemeinde. Zu DDR-Zeiten waren die Klostergebäude waren in LPG-Besitz und wurden instand gehalten - im Gegensatz zur Kirche, deren Turmfassade vom Einsturz bedroht war.
 Nach der Wende war lange nicht klar, wem die einsturzgefährdete Kirche in Jerichow gehörte. Angesichts der erforderlichen, umfangreichen Maßnahmen bekannte sich
auch niemand dazu. Aufrufe des Pfarrares ab die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bewirkten, dass der Bau statisch abgesichert wurde - eine Maßnahme auf dem Weg zum Erhal eines der großartigsten Klöster aus dem 12. Jahrhundert.
Die Altstadt Jerichows entstand im 14. Jh. als langgestreckter Markt und wurde später mit der im 17. Jahrhundert gegründeten Neustadt
verbunden. Sehenswert ist die Pfarrkirche, die Anfang des 13. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Klosterkirche errichtet wurde. Vor allem
die Krypta stößt mit ihren durch reiche Kapitelle verzierten Kalksteinsäulen auf Interesse. Südlich der Kirche gibt es Klosterruinen.
LANGENSTEIN , malerisch am Hoppelberg zwischen Halberstadt und Derenburg gelegen, ist ein Ort, der seit über 800 Jahren nichts
von seiner Anziehungskraft verloren hat. Am Anfang standen die Waffen, am Ende eine schöne Frau, die den historischen Ruf von Langenstein begründet haben.
Seinen Namen verdankt der Ort der Altenburg, die in alten Urkunden "das Slot up den Langensteine" hieß.Vom zwölften bis zum siebzehnten Jahrhundert wurde die Burg im Wechsel erbaut, zerstört und wieder aufgebaut, diente den Halberstädter Bischöfen als
Pfandobjekt und war deren zeitweiliger Sommersitz. Nach dem zweimaligen Angriff durch „Heinrich des Löwen" wird sie 1178 wieder
aufgebaut. Graf Burghard von Mansfeld eroberte die Burg 1317 bei seiner Fehde gegen den Bischof Albrecht I. In der Folge wurde sie Gegenburg der Regensteiner bis
gegen 1363. Nach dem Bauernkrieg verfällt die Burg. Der völlige Abbruch erfolgte 1653. Unterhalb des zum Teil aus Sandstein bestehenden Berges kann man bis in
das 20. Jahrhundert genutzte Höhlenwohnungen besichtigen. Eine Besichtigung des Schlosses ist nicht möglich, der Schlosspark ist jedoch zugänglich und mit
seinem wertvollen Baumbestand für Naturliebhaber von Interese. Der Schlosspark wurde in das Landesprojekt „Gartenträume" aufgenommen.
Mit Maria Antonia Pessina de Branconi begann eine neue Etappe für Langenstein, wurde Mars durch Eros abgelöst. Die gebürtige Genueserin ließ zwischen
1778 und 1781 ein Schloss erbauen, in das sie 1783 aus Braunschweig übersiedelte. Dieser Umzug fiel ihr nicht leicht und war wohl auch nicht ganz freiwillig,
markierte er doch das Ende ihrer langjährigen Beziehung zum Erbprinzen Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, der in Halberstadt in preußischem Dienst die Garnison befehligte.
Der Prinz hatte die schöne Frau auf einer Kavaliersreise, die ihn durch Frankreich und Italien führte, in Neapel kennengelernt. Sie, erst 20 und seit kurzem verwitwet, folgte dem als gebildet, elegant
und dem schönen Geschlecht sehr zugeneigt beschriebenen Erbprinzen als "Gattin zur Linken" an den Braunschweiger Hof.1979 begegnete Antonia in Lausanne Goethe sich fortan durch ihre Schönheit inspiriert zeigte
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